Die vergessenen Inseln

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on pinterest
Share on whatsapp
Share on email

Thomas Käsbohrer fühlt sich dort am wohlsten, wo nur noch Himmel, Wind und Wasser sind. Schreibt sein Verlag über ihn, aber obwohl das einerseits sicher richtig ist, bin ich mir andererseits da nicht wirklich sicher. Ich glaube eher, er fühlt sich auf Inseln, an Küsten und in Häfen mindestens genauso wohl, wo er Geschichten aufspüren kann, Geschichten von Menschen und vor allem Geschichten über die Vergangenheit. Denn Thomas Käsbohrer ist auch Germanist und Historiker, und das merkt man seinem Buch natürlich an. Man lernt eine Menge bei der Lektüre, über die Antike im Mittelmeerraum, aber manchmal ist es auch ein wenig zu viel, zuweilen eher langatmig erzählt. Der Stil kommt mir immer mal wieder etwas zu akademisch und, ja, tönend daher. Effektvoll: „Eine Reise zu mir selbst“, wie e schon auf dem Titel heißt, so etwas zum Beispiel meine ich damit. Auch ist seine Art des Segelns, wie er sie beschreibt, vermutlich nicht meine und seine Art darüber zu schreiben ist es erst recht nicht, aber darauf kommt es nicht an: Segeln und Schreiben lassen. Wo ich völlig mit ihm übereinstimme: Das Leben auf einem kleinen Boot leben, genießen, auskosten. Das, und eben auch die maritime Umgebung intensiv wahrnehmen; Thomas Käsbohrer hat dafür nun einmal vor allem den Blick des Historikers. So ist dies denn auch ein Buch, das man gut lesen kann und welches auch einige bemerkenswerte Einblicke liefert in das, wie soll ich es sagen, Getriebe der Welt, das sich in seinem Kern wohl seit der Antike bis heute kaum verändert hat – Macht und Übermacht, aufblühende Kulturen und deren Untergang, das Verschieben von Grenzen und Vermischen von Kulturen…. Geschichte zu kennen dient ja letztendlich auch dazu, die verwirrende Gegenwart in eine große Perspektive einordnen zu können, was es wiederum einfacher macht, die scheinbar unlösbaren Konflikte unserer Zeit und die scheinbar oder auch tatsächlich bedrohlichen Entwicklungen als vielleicht unvermeidlich zu erkennen und zu ertragen. Das bringt Gelassenheit und auch das ist ein großer Gewinn. Also ein wirklich lesenswertes Buch, ja, trotz meiner skeptischen Eingangsbemerkungen.


Jetzt portofrei bestellen!

Kennen Sie jemanden, der das gern lesen würde? Hier klicken und teilen:

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on pinterest
Share on whatsapp
Share on email

Das interessiert Sie vielleicht auch

Im Sturm

Ich habe nicht vor, jemals noch einmal in einen schweren Sturm zu geraten, ich glaube, ich habe meinen Anteil daran (üb)erlebt. Da ich aber schon vorhabe, noch weiter zu segeln, lässt sich das leider auch nicht ganz ausschließen. Dennoch ist

Brel. Der Mann, der eine Insel war

Warum ist dieses Buch über das Leben des berühmten Sängers (und weniger berühmten Schauspielers) Jacques Brel so bewegend? Weil man beim Lesen spürt dass man verdammt noch mal sein Leben zu leben hat – und zwar aus dem Vollen, mit

Falcon. Eine Segelreise im Jahre 1887

Dies ist der lesenswerte Bericht über einen Segeltörn in einem umgebauten Rettungsboot von London nach Kopenhagen. Im Jahr 1887. Das englische Original, ursprünglich erschienen 1889, hieß „The Falcon on the Baltic“. Die vorliegende deutsche Ausgabe, leider nur noch antiquarisch erhältlich

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Digitale Empfehlungen

Ehrliche Empfehlungen

und zwar unabhängig von Werbung oder sonstigen Gefälligkeiten. Damit das so bleibt brauchen wir Hilfe.