Erik der Rote oder die Suche nach dem Glück

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Dies ist eine „moderne“ Wikinger-Saga, eine Heldengeschichte mit Herz, ein Wikinger-light, könnte man schon fast sagen – jedenfalls im Vergleich zu anderen Figuren dieses Genres. Erik der Rote ist zwar ein durchaus robuster Held, aber einer, hinter dessen rauer Fassade sich ein recht gefühlvolles Herz verbirgt. Anders als bei anderen Wikingergeschichten wird hier kaum gemordet, gebrandschatzt und geplündert; vielmehr geht es darum, wie der raue Erik versucht eine Familie zu gründen, sesshaft zu werden und sein Glück zu finden. Das natürlich gegen allerlei Widerstände. Verrat und Intrige vertreiben ihn mehrmals, wie schon seinen Vater vor ihm, bis er endlich einen friedlichen Flecken Erde findet auf dem er als Bauer siedeln kann – ausgerechnet im unwirtlichen Grönland. Im Buch wird Grönland allerdings wie ein kleines Paradies geschildert und vielleicht hätte es das ja auch sein können, wir wissen es nicht so genau und darauf kommt es hier auch nicht wirklich an. Es bleibt eine insgesamt spannende und sympathische Familiengeschichte im Wikingermilieu, in dem auch starke Frauen sehr wichtige, entscheidende Rollen spielen. Tilman Röhrig ist ein erfahrener und erfolgreicher Schriftsteller, der vor allem durch seine historischen Romane bekannt wurde; auch hier wird die Welt der Wikinger für den Leser sehr lebendig. Allerdings – wie jedes Wikinger-Buch muss es sich auch Erik der Rote gefallen lassen, am legendären „Roten Wurm“, dem Röde Orm des Frans G. Bengtsson, gemessen zu werden. Diese Wikingersaga erschien bereits in den 1940er Jahren auf Schwedisch, in den Fünfzigerjahren folgte die erste deutsche Übersetzung. Bei Bengtsson geht es insgesamt sehr viel rauer, brutaler, aber auch mal lustiger zu als in diesem vorliegenden Buch. Für Leser mit schwächeren Nerven oder einem größeren Harmoniebedürfnis ist Erik der Rote aber sicherlich der geeignetere Lesestoff! Alle anderen können am besten beide Bücher lesen und sich ihre eigene Meinung bilden…

 

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