Die Lapita-Expedition

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Dies ist die Dokumentation einer verrückten Expedition. Einer Reise, die man nur aus Leidenschaft machen kann. Und die schon deswegen sympathisch ist. Auf den Spuren, vermeintlich, der Vorfahren der Polynesier. Die, so die Theorie hier, aus China über Taiwan und die Philippinen kamen und von dort aus die Inseln des weiten Pazifik besiedelten. Das entspricht nicht der Idee Thor Heyerdahls, der mit seinem Balsaholzfloß von Südamerika in die Südsee segelte, um dies als Migrationsweg nachzuweisen. Ehrlich gesagt: Da ich kein Völkerkundler bin, ist es mir komplett egal, ob die Urahnen der Polynesier und Mikronesier und wie sie alle heißen nun aus Asien oder Südamerika kamen. Was allerdings fasziniert, ist die Seefahrt, die Navigation und der Bootsbau dieser Inselvölker. Die nämlich schon jahrhunderte, bevor die ersten Europäer in ihren schwerfälligen und nur mäßig segelnden Einrumpfschiffen in den Pazifik kamen, über schnelle, elegante und sehr seetüchtige Katamarane verfügten, mit denen sie tausende von Seemeilen zurücklegen konnten. Und das mit etlichen Menschen, Hühnern, Schweinen und dem ganzen Hausstand an Bord…

Tatsächlich sind diese segelnden „Doppelkanus“ der Südsee faszinierende Fahrzeuge, die, das ist unübersehbar, auch James Wharram und seine Zweitfrau Hanneke Boon begeistert und inspiriert haben: Die meisten Wharram Katamarane tragen nicht nur polynesische Namen, sondern haben vor allem entsprechende Linien. Doch das Interesse der beiden, sowie das des deutschen Südsee-Kenners (und Autors dieses Buches) Klaus Hympendahl geht über die Boote hinaus, gilt natürlich auch den Menschen und der Kultur dieser seefahrenden Insulaner.

Aus allen diesen Gründen ist der Bericht dieser immerhin 4000 Seemeilen langen Reise in zwei Doppelkanus mit traditionellen Riggs wirklich lesenswert, auch wenn man sich am Anfang ein wenig mühen muss, um in das Buch einzusteigen – allzu zäh werden Vorgeschichte und Hintergründe dargelegt. Doch es lohnt sich, dabei zu bleiben. Der Bericht über die Reise an sich ist zwar betont sachlich und nüchtern geschrieben, verfehlt aber dennoch seine Wirkung nicht. Besonders spannend übrigens ist es für alle diejenigen, die sich ohnehin schon für Katamarane interessieren – auch wenn die See- und Segeleigenschaften dieser historischen Nachbauten überhaupt nicht mit denen moderner Katamarane vergleichbar sind, so lernt man dennoch viel über die Wurzeln dieses Bootstyps.

Außerdem, und das ist mindestens so spannend, erfährt man auch sehr viel über das Leben der Menschen in der Südsee. Und zwar ohne dass hier eindimensionale, romantisierende Klischees bedient werden: Auch auf den Inseln der Südsee ist das Leben nicht nur leicht. Ein wirklich lesenswertes Buch, das hier uneingeschränkt empfohlen wird.

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