Ocean Race Europe

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Heute, am Samstag den 29. Mai startet in Lorient in der südlichen Bretagne das „Ocean Race Europe“, eine Art „Light“-Version des Ocean Race Rund um die Welt, welches seit dem Wegfall des Hauptsponsors nur noch so und nicht mehr „Volvo Ocean Race“ heißt. Als solches war es Jahrelang beliebt und spannend und erfolgreich, obwohl sich die Veranstaltung zum Schluss etwas abgenutzt hatte. Vielleicht einer der Gründe, warum der chinesische Autobauer aus Schweden nicht mehr mit an Bord ist.

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Wie auch immer, nun also erst einmal das Ocean Race Europe. Es führt in Etappen von Lorient über Cascais in Portugal und Alicante in Spanien nach Genua. Die Strecke ist insgesamt 2000 Seemeilen lang, oder kurz, je nachdem wie man das betrachten will.

Kurz und knackig, so könnte man dieses Rennen auch beschreiben. Am Start sind berühmte und weniger bekannte Hochseeprofis, die sich auf 12 Teams aus neun Ländern verteilen. Charlie Enright mit seinem Team „11th Hour Racing“ ist wieder dabei, ebenso wie VOR-Veteran Bouwe Bekking – der Holländer segelt hier als Skipper des polnischen Teams.

Gesegelt wird in zwei starken und spannenden Klassen – den 65 Fuß One-Design Yachten der VO65 Klasse, in denen bisher auch das Ocean Race bestritten wurde. Und den IMOCA 60, die natürlich vor allem bekannt sind als die tief fliegenden Rennmaschinen, in denen es mit der Vendée Globe Regatta nonstop und einhand um die Welt geht. Hier allerdings werden auch diese Renner mit Crew gefahren, und auch das wird spannend sein – wie viel mehr Potenzial kann eine volle Crew auf relativ kurzen Sprints aus diesen fliegenden Kisten noch herausholen?

Der Start des Rennens am 29. Mai wird live auf Eurosport in über 50 Märkten in Europa übertragen und kann international auf www.theoceanrace.com und @theoceanrace YouTube- und Facebook-Plattformen verfolgt werden. Die Übertragung beginnt um 13.30 Uhr MESZ, der Start ist um 13.45 Uhr.

Das Ocean Race Europe wird von den Organisatoren des The Ocean Race durchgeführt – dem Nachfolger des VOR, einem Rennen in mehreren Etappen rund um die Welt, das alle vier Jahre stattfindet. Das erste Weltrennen dieser Art fand 1973 als „Whitbread Round the World Race“ statt, daraus hat sich The Ocean Race zum Höhepunkt der professionellen Hochseeregatten mit Vollbesatzung entwickelt.

Sowohl in der VO65- als auch in der IMOCA 60-Klasse wird ein enges und spannendes Rennen erwartet, wobei die Gesamtsieger in jeder Flotte wahrscheinlich erst am 19. Juni bei einem Küstenrennen in Genua feststehen werden.

 

 

Die IMOCA-Teams

In der IMOCA 60-Division sind neben drei französischen Teams auch Teams aus den Vereinigten Staaten und Deutschland am Start.

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11th Hour Racing Team on an overnight training session in the Bay of Biscay.
Photo by Amory Ross / 11th Hour Racing

Das amerikanische 11th Hour Racing Team wird von dem US-Segler Charlie Enright angeführt – einem Veteranen von zwei Weltumsegelungen des Ocean Race. Die Crew mit Sitz in der amerikanischen Ostküstenstadt Newport, Rhode Island, hat vor kurzem eine Transatlantiküberquerung gemacht, um am Ocean Race Europe teilzunehmen.

Neben Enright werden der britische fünffache Weltumsegler Simon Fisher, der sehr erfahrene Pascal Bidégorry aus Frankreich – ein Serien-Weltumsegler, der das Ocean Race 2017-18 mit dem Dongfeng Race Team gewonnen hat – und die zweifache The Ocean Race-Teilnehmerin Justine Mettraux aus der Schweiz das Rennen navigieren. Mit an Bord ist auch der sehr erfahrene Bordreporter des Teams, Amory Ross (USA).

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11th Hour Racing Team training from Concarneau, France.
Photo by Amory Ross / 11th Hour Racing

Der französische Skipper Louis Burton, der gerade einen beeindruckenden dritten Platz bei der Nonstop-Weltumsegelung Vendée Globe 2020-21 erreicht hat, führt das Bureau Vallée-Team im The Ocean Race Europe an.

„Wir sind sehr begeistert, denn die Initiative zwischen der IMOCA-Klasse und The Ocean Race ist sehr positiv und intelligent“, sagte Burton. „Wir fühlen uns glücklich, dass wir in der Lage sind, in Europa Rennen zu fahren. Ich denke, es war nicht einfach, diese Veranstaltung zu organisieren, deshalb sind wir dankbar, denn es ist toll, Zwischenstopps wie Cascais, Alicante und Genua einlegen zu können… Es ist erstaunlich, nur wenige Wochen nach dem Ende der Vendée Globe fünf IMOCA und sieben VO65-Boote gemeinsam an der Startlinie zu haben.“

CORUM L’Épargne-Skipper Nicolas Troussel ist vielleicht am besten für seine Erfolge im Solosegeln bekannt, denn er hat zweimal Frankreichs Solitaire du Figaro gewonnen, aber der Franzose hat ein ebenso konkurrenzfähiges Trio von Talenten für seine Teilnahme am The Ocean Race Europe zusammengestellt: Mit an Bord sind Sébastien Josse sowie das französische Paar Marie Riou und Benjamin Schwartz, die beide an der Weltumsegelung des Ocean Race 2017-18 teilnahmen und gemeinsam die EUROSAF Mixed Offshore European Championship 2020 gewannen.

Der französische Skipper Thomas Ruyant und seine IMOCA 60 der neuesten Generation kehren nach ihrem sechsten Platz bei der Ausgabe 2020-21 der Vendée Globe wieder in den Rennsport zurück. Das Team unterstützt LinkedOut, eine innovative Initiative, die Obdachlosen in Frankreich hilft, einen Job zu finden, indem sie ihnen die Möglichkeit gibt, ihren Lebenslauf zu präsentieren und zu zeigen, wer sie wirklich sind.

An der Seite von Ruyant wird ein sehr erfahrenes französisches Team an den Start gehen, darunter Morgan Lagravière – Ruyants Co-Skipper bei der Zweihand-Transat Jacques Vabre Normandie Le Havre in diesem Jahr – sowie Quentin Ponroy, Laurent Bourguès und die Vendée Globe-Teilnehmerin 2020-21 Clarisse Crémer.

Das Offshore Team Germany wird von dem deutschen Olympioniken und erfahrenen Offshore-Skipper Robert Stanjek angeführt. Das Team hat sich zum Ziel gesetzt, im The Ocean Race 2022-23 die Welt zu umsegeln.

Für das Ocean Race Europe hat Stanjek die britische Olympionikin und zweifache Weltumseglerin Annie Lush rekrutiert, sowie den talentierten jungen deutschen Segler Phillip Kasüske und den französischen Solosegler Benjamin Dutreux, der 2020-21 den neunten Platz im Vendée Globe belegte. Der OBR des Teams ist Felix Diemer aus Deutschland.

 

Die VO65 Teams 

Die VO65-Klasse wurde bei den letzten beiden Weltumsegelungen des Ocean Race eingesetzt und die Flotte ist für eine dritte Weltumsegelung in der kommenden Ausgabe 2022-23 vorgesehen. Gebaut nach einer strengen One-Design-Regel, sind die Boote in jeder Hinsicht identisch und daher extrem gleichwertig.

Die VO65-Division im The Ocean Race Europe besteht aus zwei Teilnehmern aus den Niederlanden sowie je einem aus Österreich, Litauen, Mexiko, Polen und Portugal.

Das unter niederländischer Flagge fahrende Team AkzoNobel Ocean Racing wird von dem australischen Skipper Chris Nicholson angeführt, einem der erfahrensten Weltumsegler. Die internationale Besetzung des Teams vereint bewährte Erfahrung mit aufregenden jungen Talenten und umfasst den Briten Will Harris als Steuermann sowie die Australier Liz Wardley und Lucas Chapman als Bootskapitän bzw. Wachführer. Ebenfalls an Bord sind der britische Bugmann Trystan Seal sowie Rosalin Kuiper (NED), Rory Hunter (GBR), Giulio Bertelli (ITA) und Charlie Wyatt (AUS).

Das litauische Team Ambersail-2 wird vom litauischen Skipper Rokas Milevičius, Olympiateilnehmer von London 2012, angeführt. Zur Crew gehören der Vendee Globe-Teilnehmer von 2016, Conrad Colman (NZL), als Navigator sowie die litauischen Segler Domantas Juškevičius, Deimantė Jarmalavičiūtė sowie Tomas und Linas Ivanauskas.

Unter der Leitung des holländischen Skippers Gerwin Jansen ist das Austrian Ocean Race Project ein junges und ehrgeiziges Team internationaler Segler mit einem gemeinsamen Enthusiasmus für Big Boat Segeln. Für das Ocean Race Europe wird das Team eine Kerncrew von Seglern einsetzen, die aus Oliver Kobale (AUT), dem Navigator Jolbert van Dijk (NED), den Wachführern Michiel Goegebeur (NED) und Konstantin Kobale (AUT) sowie der Segeltrimmerin Anna Luschan (AUT) besteht, wobei weitere Segler auf den einzelnen Offshore-Etappen eingesetzt werden.

Das portugiesische Mirpuri Foundation Racing Team wird von dem bekannten französischen Segler Yoann Richomme angeführt. Die Crewliste ist voll mit Seglern der des Ocean Race 2017-18 – plus einigen begeisterten Neulingen.

Die Mirpuri-Besatzung besteht aus Navigator Nico Lunven (FRA), Wachführer Jack Bouttell (GBR), Bugmann Olly Young (GBR), Mittelbugfrau Emily Nagel (GBR), Steuermann/Trimmer Bernardo Freitas (POR) und Frederico Pinheiro Melo (POR), Boxenmann Willy Altadill (ESP), Schwimmerin Mariana Lobato (POR) und OBR Martin Keruzore (FRA).

Der holländische Hochseeprofi Bouwe Bekking – ein Skipper, der seit seiner ersten Weltumsegelung 1985/86 zum Synonym für das Ocean Race geworden ist – führt die Crew von Sailing Poland an, zu der auch der hoch angesehene norwegische Navigator Aksel Magdhal sowie Jens Dolmer aus Dänemark als Bootsführer und der junge, aber erfahrene Simbad Quiroga aus Spanien als Bugmann gehören.

„Worauf ich mich am meisten freue, ist einfach, dass wir wieder segeln und Rennen fahren“, sagte Bekking. „Dieses Event zwischen den Weltumsegelungen zu haben, ist für uns alle wichtig. Wir haben ein junges Team, und wir wollen ihnen die Möglichkeit geben, zu lernen, worum es bei Hochseeregatten geht.“

Die Youngster in Bekkings Team sind eine Gruppe talentierter junger polnischer Segler, die ihre Erfahrung im professionellen Hochseesegeln ausbauen wollen

Das Team Childhood I unter dem Skipper des zweimaligen niederländischen America’s-Cup-Siegers Simeon Tienpont verfügt über eine erfahrene Kerncrew, aus den Niederländern Gerd-Jan Poortman, Peter van Niekerk und Wouter Verbraak (Steuermann) sowie dem ehemaligen Olympioniken Pieter-Jan Postma.

Der Skipper von Viva México, Erik Brockmann, ist ein talentierter mexikanischer Segler, der zuvor zwei mexikanische Teams in der Extreme Sailing Series angeführt hat und tausende von Seemeilen auf dem Meer zurückgelegt hat – darunter sechs Ausgaben des Transpac Race.

 

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