Der romantische Spion, oder: Wie lebt es sich an Bord?

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Arthur Ransome war ein englischer Reporter, Journalist und Autor. Und er lebte an Bord, zumindest Lebensabschnittsweise. Außerdem war er Spion. Einige behaupten, er sei sogar ein Doppelagent gewesen, was heute nicht mehr nachprüfbar ist. In den 1920er Jahren war er jedenfalls, offiziell, als Korrespondent der englischen Tageszeitung „The Guardian“, in Moskau. Dort verkehrte er in den für diese Zeiten richtigen Kreisen. An Land teilte er eine Wohnung mit dem Chef der bolschewistischen Propaganda, Karl Radek. Er verstand sich prächtig mit Lenin, den er mehr als einmal beim Schachspiel besiegte. Und er verliebte sich in die Sekretärin von Trotzky, mit der er

bald nach England durchbrannte. Vorher segelten die beiden eine Tour durch das Baltikum, an Bord seines in Riga für ihn gebauten Bootes, der „Racundra“.

Denn Arthur Ransome war auch ein ausgezeichneter Segler.

Und er schrieb diesen legendären Satz (in seinem Buch „Racundra’s First Cruise“): „Häuser sind nichts als schlecht gebaute Boote, so fest aufgelaufen, dass man gar nicht daran denken kann sie zu bewegen. Sie gehören definitiv zu den untergeordneten Dingen, sie gehören zum Gemüse und nicht zur Welt der Tiere, unfähig zu fröhlicher Veränderung. Als Ausnahmen würde ich, unter Bedenken, allenfalls noch Schneckenhäuser und Caravans gelten lassen. Das Bedürfnis ein Haus zu bauen ist der müde Wunsch eines alten Mannes, der sich fortan mit einem einzigen Ankerplatz bescheiden möchte. Der Drang jedoch, ein Boot zu bauen, ist das Verlangen der Jugend, die sich noch nicht mit der Idee eines finalen Ankerplatzes abfinden kann.“

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