Tom Cunliffe: Ist das ein Kollisionskurs?

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Es ist so eine Art “Universalregel”, dass ein Schiff, dessen Peilung zum eigenen Boot sich nicht verändert, sich auf Kollisionskurs befindet: “Stehende Peilung = Gefahr!” Im Umkehrschluss denkt man, dass es keine Gefahr gäbe, wenn die Peilung sich ändert. Das allerdings muss nicht immer so sein. Denn diese “Regel” geht davon aus, dass beide Schiffe einen geraden Kurs fahren. Bis vor einiger Zeit mag das auch so gewesen sein, doch veränderte Prioritäten und Verhaltensweisen auf See  haben das ziemlich außer Kraft gesetzt.

Einst dampften Schiffe so geradeaus, wie der Rudergänger es vermochte, bis der Wachoffizier eine Kursänderung befahl. Dann wurde der Kurs so deutlich geändert, dass jeder, der sich darum Gedanken machte, vermutlich erkennen würde was da gerade vor sich ging. Das ist heute nicht unbedingt mehr so.  Selbst eine kleine Kursänderung kann von den Passagieren auf den immer häufiger vorkommenden Kreuzfahrtschiffen und Fähren wahrgenommen werden. Daher haben Wachoffiziere sich auf diesen Schiffen schon immer darum bemüht, möglichst langsam und allmählich zu drehen. Jetzt können sie ihre Autopiloten sogar darauf programmieren, eine noch langsamere Kursänderung auszuführen. Ein solches Manöver wird also von denen, die im Speisesalon ihre Suppe löffeln, nicht mehr wahrgenommen werden. Leider aber auch nicht von anderen Schiffen, insbesondere Yachten.

 

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Solch ein Kreuzfahrtschiff kann unbemerkt langsam drehen… 

Dieser Effekt ist besonders gefährlich, wenn man von einem schnelleren Schiff auf einem anscheinenden Parallelkurs überholt wird. Da das andere Schiff ja offenbar nicht dreht, nimmt die Besatzung der Yacht an, dass es geradeaus fährt und irgendwann voraus passieren wird.  Sowie sie also eine sich verändernde Peilung feststellen, werden sie sich entspannen und in Sicherheit wiegen. Wenn aber die Brückencrew des Schiffes die Yacht nicht sieht und eine solchen sehr langsame Kursänderung einleitet, kann die Lage sehr schnell sehr gefährlich werden. Allzu leicht übersieht man das Problem bis zur allerletzten Minute, da sich ja die Peilung zum Schiff so ändert, als würde es voraus passieren. Die Zahlen und die Illustration zeigen nur zu deutlich, was passieren kann.

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