Tide, Treibhölzer und Delikatessen

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Der Stamm ist knorrig wie ein Baum, ausgebleicht wie ein alter Walknochen und geformt wie eine Skulptur. Gefunden hat Frank Walbeck ihn in Island, aber tatsächlich kommt er von der Ostküste der USA. „Auf Island gibt es nun einmal keine Bäume“, sagt er. „Und mit dem Golfstrom könnte dieser Stamm gut hierher getrieben worden sein!“ Jetzt ziert er einen kleinen Laden in Hamburgs Szeneviertel Ottensen, der unter dem Namen »Tide – Feinkost und Treibholz« firmiert.

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Was beides miteinander verbindet? Nichts, außer dass man hier in der Mittagspause mal eben ein Stück Treibholz einkaufen kann, dazu vielleicht noch ein Gläschen mit dem überaus köstlichen,

hausgemachten Kuchen: Toskanischer Schokokuchen mit Pinienkernen, zum Beispiel. Und noch schnell einen Teller leckerer Pasta dabei verzehrt. Die kocht der Chef selbst, wenn er nicht gerade auf Tour ist um entlegene Strände nach Treibgut abzusuchen. Denn das, sagt er, sei sein großes Glück: »Wenn mir mal der Laden hier auf den Kopf fällt, kann ich für drei Tage weg und einsam am Strand sein. Sonnenuntergänge, auch schon mal ein guter Kaffee, Lagerfeuer an einer schönen Stelle, und wenn ich dann auch noch ein cooles Stück Holz finde, ist alles super. Dann komme ich so glücklich zurück dass ich dann auch wieder kochen und im Laden stehen kann.«

Sein Laden ist voll mit dem Holz. Groß und klein, in allen Farben von hell bis dunkel und mit verschiedenen Strukturen und Maserungen und Formen, einige mit alten Eisenbeschlägen, viele duften auch himmlisch nach Teer und Salzwasser und Weite und Ferne. Holzblöcke dienen als Sitzmöbel und Deko, Planken als Regale an der Wand, der Isländer Baumstumpf steht wie ein Totem …

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