Die Seefahrerin

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on pinterest
Share on whatsapp
Share on email

Ja, sie ist schon eine starke Frau. Die Seefahrerin, eben. Willensstark, Dickköpfig, könnte man auch sagen. Sie kommt aus Frankreich in eine fremde, exotische, raue Männerwelt. Sie geht fischen in Alaska und nur sie selbst weiß, warum. Oder weiß sie es wirklich? Sie hat einen Grund, aus ihrer Heimat abgehauen zu sein, ja, und sie will die Freiheit: Alleine, auf sich gestellt, dorthin gehen wo es ihr gerade passt. Und wenn nicht, dann eben weiterziehen. Hier findet sie diese Freiheit, die dunkle Seite der Freiheit auch mit Angst und Einsamkeit und dann verliert sie sie doch wieder, na klar, wegen eines Mannes…

Es ist eine starke, gradlinig erzählte Geschichte ohne Umschweife und Schnörkel. Die Welt der Fischer in Alaska wird hier lebendig. Nicht durch langatmige Beschreibungen, sondern durch kurze, knappe und doch packende Charakterskizzen der Menschen hier; plötzlich sind wir mittendrin im Hafen von Kodiak, voller Fischkutter und Bars und Piers, eine Insel am Rande des Ozeans, am Rande der Wildnis ebenso. Spannend, was sich hier auftut an Menschen und Schicksalen.

Das könnte ziemlich deprimierend sein. Denn es ist eine schräge, kaputte Welt voller kaputter Typen, die sie hier schildert und sie selbst, scheinbar mindestens ebenso kaputt, mittendrin. Aber man kann nicht aufhören, zu lesen, ja, sie schafft es bei alledem Empathie zu wecken für die verlorenen Seelen, die im Grunde ja vielleicht sogar weniger verloren sind als wir selbst – in der „heilen“ Welt, die so viele von ihnen dann eben auch nicht ohne Grund und oft ganz bewusst verlassen haben, um hier, am last frontier, das vergessene Leben vielleicht doch noch zu finden. Die große Sehnsucht. Zu ihrem Geliebten, zu dem sie ein ziemlich gespanntes Verhältnis hat, sagt sie: „Weil ich nämlich kein Haus will, ich will mehr, ich will ein Leben!“ Die Sehnsucht gilt dem Ozean, beide haben sie, auf fatale, aber auch unterschiedliche Weise.

Mir gefällt schon der allererste Satz des Buches: „Man sollte immer nach Alaska unterwegs sein. Wozu ankommen?“ Stark. Ja, ich finde auch, dass man lieber unterwegs sein sollte als anzukommen. Was mich beunruhigt: Auf dem Rückencover des Buches ist ein Bild von der Autorin, die das Leben der Fischer in Alaska aus eigener Erfahrung kennt. Da sieht sie aus wie Mick Jagger in seinen späten Jahren.

Egal. Ein tolles Buch. Bewegend und ergreifend. Unbedingt lesen!


Jetzt portofrei bestellen!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Kennen Sie jemanden, der das gern lesen würde? Hier klicken und teilen:

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on pinterest
Share on whatsapp
Share on email

Das interessiert Sie vielleicht auch

In The Same Boat!

An Bord leben und etwas Sinnvolles tun: Die Macher von „In the same boat“ haben eine ganz wundervolle Initiative angestoßen, aus der eine echte, professionelle Organisation geworden ist. Worum es geht? Plastikmüll. Der nicht nur die Meere, sondern auch die Strände und Küsten der Welt, auch Norwegens, verschmutzt. Das, fanden

Der Schiffskoch

Ein Schiff, was nicht fährt, ist entweder gestrandet – oder ein Feuerschiff. Diese schwimmenden Seezeichen gibt es heutzutage ja leider immer weniger, zumindest in bemannter Form – heute werden sie durch „Großtonnen“ ersetzt. Als es sie noch gab, als bemannte Leuchtfeuer in der See verankert, boten sie die ideale Bühne

Nautische Reisetipps Zeeland

Dies ist ein wirklich nützliches und offenbar solide recherchiertes Buch, ein Revier- und Reiseführer über das Segeln (und Motorbootfahren) im abwechslungsreichen Revier Zeeland. Das Delta-Gebiet von den südlichen Niederlanden, das ja aufgrund seiner geografischen Beschaffenheit so einige Besonderheiten aufweist. Teile dieses Reviers sind reines Süßwassersee, ohne Gezeiten und von der