Sailing for Future

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Ein durchaus unkonventionelles Buch, und das nicht wegen der Einleitung, in dem vor einem angeblichen Virus gewarnt wird der einen nach der Lektüre befallen könnte. Auch nicht wegen des Pressetextes zum Buch, in dem klar gestellt wird was für viele bereits leider schon wieder eine Binsenweisheit ist: „Der Klimawandel droht nicht länger, er hat schon eingesetzt.“ Nun ja, da kommen wir also auch dem Titel Sailing for Future auf die Spur.

Unkonventionell ist das Buch wegen seines chaotischen Aufbaues. Es ist ein Kaleidoskop der Anekdoten, Bilder, Ideen und Tagebucheintragungen – in den Abschnitten, wo die Reise eher uninspiriert beschrieben wird à la „und dann segelten wir von A nach B und dann nach C“. Das passt vielleicht einerseits zum chaotischen Zustand unserer Welt, doch ob das bewusst so eingesetzt wurde… Leider macht es den Leserinnen und Lesern den Einstieg in die durchaus spannenden Inhalte nicht gerade einfach. Der eingangs formulierte, hohe Anspruch, dass sich der eigene Blickwinkel verändern würde, dass man seine eigenen Alltagshandlungen verändern und womöglich gleich selber aufbrechen möchte um die Welt, naja wenn nicht zu retten, dann wenigstens etwas zum Besseren zu verändern – der lässt sich mit diesem Buch und dieser Art der Präsentation nicht so ganz einfach einlösen. Ist es ein Bilderbuch? Eine Sammlung von Notizen? Zumindest ein Haufen kurzer Artikel, Portraits, Bastelanleitungen, Erfindungen und dann noch mit einer irgendwie eingewebten Reisegeschichte. Apropos eingewebt: Ein roter Faden fehlt hier leider.

 

Trotz allem: Die beschriebenen Projekte machen Freude, man sieht, überall gibt es Menschen die mit Inovationen versuchen dem Klimawandel etwas entgegenzusetzen. Es geht um Low Tech als Gegenpol zu Hightech, simple Systeme auf die jeder zurückgreifen kann und das natürlich und natürlich nachhaltig.

Es macht außerdem Freude zu sehen, dass dies nicht nur in Europa der Fall ist und es macht Mut zum vorsichtigen Optimismus, auch wenn viele dieser Projekte nur ein kleines Sandkorn im riesigen Getriebe der Welt sind. Egal. Alles ist besser, als Nichtstun: Ein Buch für Träumer und Weltverbesserer?

Die Beschreibung der Reise an sich liest sich, wie schon bemerkt, eher wie ein Schulaufsatz. Es sind eigentlich nur Überleitungen, um von einem Projekt zum nächsten zu kommen. Das hätte man ganz sicher besser und interessanter lösen können. Interessant sind die Portraits der Menschen und deren Projekte. Dazu gibt auch Bastelanleitungen wie beispielsweise für einen kleinen Windgenerator, um ein Handy zu laden. Und das dann sogar mit begleitenden Videos, die mit einem QR Code direkt aufgerufen werden können.

Fazit: Ein mühsames Vergnügen. Der Ingenieur Corentin de Chatelperron ist mit Gleichgesinnten auf eine Weltreise gegangen und nimmt uns mit in elf Länder auf vier Kontinenten, stellt uns dabei engagierte Menschen vor. Eine Reisebeschreibung der etwas anderen Art voll umweltfreundlichen Ideenreichtum. Der Virus ist

zwar nicht übergesprungen, aber ich war dennoch beeindruckt. Ich habe gerne angefangen zu lesen, bin letztendlich aber am Layout und dem etwas wirren Inhalt gescheitert und musste mich immer wieder zwingen, doch weiter zu lesen. Allerdings: Wenn man sich durchbeißt, findet man in diesem Buch viele tolle Ideen.

Andreas Schiebel, SY Slisand

 

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