Die relative Realität

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Es ist so wunderbar heiß. Die Luft so süß und schwer wie Samt, jede kleine Brise eine willkommene, kühlende Liebkosung auf der nackten Haut. Morgens meldet sich der eine oder andere Inselhahn, abends krakeelen die Zykaden in beeindruckender Lautstärke. Zwei- und dreirädrige Gefährte knattern, laut, auf der Uferstraße vorbei, direkt unter meinem Balkon auf dem ich sitze und arbeite. Yachten laufen ein und ankern in der Bucht, einige bleiben mehrere Tage, die meisten, Charterboote dann wohl, nur jeweils eine Nacht. Palaver auf der Restaurantterrasse gleich nebenan, abends und nachts dann Musik, Gelächter. Sonst nur das immergleiche Geräusch der Wellen am Strand, etwa zwanzig Meter von meinem Arbeitsplatz entfernt.

Es geht voran mit der Geschichte von Fabian Timpe, der an Bord seiner wunderschönen Holzketsch „Melodia“ lebt und einige Abenteuer zu bestehen hat, wenn auch nicht so schnell wie ich erhoffte hatte; auch geht seine Affaire mit Catherine, die gerade so glücklich begonnen hatte, leider nicht unbedingt in seinem Sinne weiter. Die beiden sind in Cannes, nicht hier, und natürlich in meinem neuen Roman, aber hier im Süden bin ich ihnen noch näher, als auch sonst ohnehin schon. Ich spüre sie förmlich, ich höre ihre Gespräche, ihr Lachen, ich rieche sie und kenne die meisten ihrer Gedanken. Dennoch passiert immer mal wieder etwas auch für mich Unerwartetes, das ist ein gutes Zeichen: Meine Figuren leben.

Ich mache Pläne, für die nächsten Jahre. Gemeinsam mit meinen Kindern: Spinnen und träumen – und hier, auf dieser wunderbaren Insel im türkisen Meer ist noch jede Spinnerei und jeder Traum sehr viel realer, als im kühlen, rationalen, vernünftigen Norden. Wie schnell sich Perspektiven und Wahrnehmungen ändern! Die relative Realität. Die buchhalterische Vernunft verliert hier an Bedeutung, na klar, wir sind im Inselreich der antiken Götter der Liebe und des Meeres und der Leidenschaft und was nicht noch allem. Hier wird gelebt, hier werden keine Erbsen gezählt, das haben wir im Norden ja schon längst so einigermaßen erfahren… Und es tut so gut, wieder das Abenteuerliche, Kreative des Lebens zu spüren. Das dann auch immer mal wieder ein, wie ich hoffe, spannendes und starkes Buch hervorbringen kann.

Mehr zu diesem Buch, welches gerade im Entstehen ist, demnächst an dieser Stelle!

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