Bis morgen – in zweieinhalb Jahren

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Der klassische „Karibik-Kringel“. Immer wieder eine schöne Reise, in diesem Fall ging es von der Schlei auf der Ostsee nach Westindien und wieder zurück nach Europa, auf einer Etap 39, und diesmal dauerte es zweieinhalb Jahre. Regula und Thomas aus der Schweiz waren hier unterwegs und wer so eine Reuse macht, der hat immer etwas zu erzählen, egal, wie viele vorher und nachher die gleiche Route gesegelt haben oder noch segeln werden. Das Schöne an diesem Buch aber ist, dass es keine bloße chronologische „wir segeln von A nach B und dann nach C“ Aufzählung ist, sondern eine Ansammlung von Anekdoten und Erfahrungen, locker thematisch sortiert, untermauert von Zitaten aus dem Logbuch. Einige davon, das ist klar, sind spannender und unterhaltsamer als andere, aber das sieht jede Leserin und jeder Leser vielleicht sowieso unterschiedlich. Denn wer selbst schon auf einem Boot lebte oder es gerade tut, wer selbst schon viele Meilen gesegelt oder gerade selbst unterwegs ist, wird sich hier auf der einen oder anderen Buchseite selber wiederfinden. Oder über die Erfahrungen der anderen schmunzeln, sich wundern und es auf jeden Fall interessant finden, wie diese beiden es erlebt, gemacht, gelöst haben. Eben das, worüber immer wieder und nie endend auf den Ankerplätzen und in den Bars und während der Strandpartys unter Seglern – nicht nur, aber vor allem – immer wieder geredet wird.

Für alle, die noch nie auf einem Boot gelebt haben und die bisher vielleicht auch noch nie so eine verrückte Idee hatten, bietet es einen guten Einblick in eine andere, eine Parallelwelt der Fahrten- und Blauwassersegler. Aber wer sich sowieso schon mit dem Gedanken trägt irgendwann einmal, wenn die persönlichen Umstände es erlauben, oder soweit verändert worden sind, dass sie es erlauben, endlich die Leinen für mehr als nur einen Urlaub loszuwerfen, der findet hier sicher noch einmal den vielleicht notwendigen Anschub, eine weitere Motivation, umso entschlossener daran zu arbeiten. Denn gerade weil dieses Buch nicht romantisierend oder verklärend, sondern eher nüchtern und pragmatisch ist, weil es sich nicht wie Lyrik, sondern eher wie ein Protokoll liest, ist es durch und durch authentisch und, das kann jeder bezeugen der selbst hier auf dieser Route schon einmal unterwegs war, absolut ehrlich und realistisch. Genau daraus bezieht es seinen Reiz und ich wette, und hoffe, dass es den einen oder anderen tatsächlich nicht nur dazu anregt weiter zu träumen, sondern wach rüttelt endlich selber das eigene Leben auf den gewünschten Kurs zu lenken.


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