Die S.E.A. Expedition

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Eine antarktische Reise auf Shackletons Spuren
Sie gilt als die größte seemännische Leistung des 20. Jahrhunderts, und sie beschäftigt noch immer die Phantasie und Gemüter abenteuerlustiger Zeitgenossen: Die Reise von Ernest Shackleton und fünf weiterer Männer in dem offenen, nur 7,5 Meter langen Rettungsboot James Caird von Elephant Island, gelegen vor dem äußersten Zipfel des Antarktischen Kontinents, nach Südgeorgien, im April 1916. 800 Seemeilen nordwärts durch den Südatlantik, bei Sturm, haushohen Wellen und eisigen Temperaturen: Fast ständig war das kleine Boot von einer dicken Eisschicht überzogen. Besonders schwierig war auch die Navigation unter diesen Bedingungen, aber es war überlebenswichtig, die Insel Südgeorgien genau zu treffen. Nach zwei Wochen, am 8. Mai 1916, kamen die Männer, völlig entkräftet, auf Südgeorgien an. Leider an der Südküste, während die rettenden Walfangstationen sich allesamt an der Nordküste befanden. So wurde es nötig, dass noch einmal drei der sechs Männer, unter ihnen wieder Shackleton, das bislang unerforschte Innere der Insel durchqueren mussten, um endlich Hilfe zu holen. 

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Doch wie kam es zu dieser unglaublichen Reise? Dies waren sozusagen die Reste einer ambitionierten Expedition, die ursprünglich die Durchquerung des antarktischen Kontinents zum Ziel gehabt hatte. Shackleton, der damals bereits einen soliden Ruf als Polarforscher hatte, war mit seinen Leuten an Bord der Endurance 1914 von England aus aufgebrochen. Im darauf folgenden Südwinter geriet das Schiff ins Packeis und sank schließlich, von den Eismassen zerdrückt. Nach einer abenteuerlichen Odyssee in drei offenen Rettungsbooten landeten die Männer der Endurance schließlich auf der entlegenen Elephant Island. Weil hier allerdings kaum mit einer Rettung zu rechnen war, segelt Shackleton mit einem der Boote nach Südgeorgien, um Hilfe zu organisieren – Monate später konnte er endlich seine Leute von der desolaten Insel abholen, mit einem von der chilenischen Regierung geliehenen Dampfer. Nach ihrer Rückkehr nach England wurden sie gleich in den ausgehenden Ersten Weltkrieg geschickt, wo viele der unter so großen Mühen und Entbehrungen geretteten dann doch noch vorzeitig ihr Leben verloren.

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Im Jahr 2000 segelte Arved Fuchs auf einem Nachbau des originalen Rettungsbootes die strapaziöse Tour nach. Jetzt, 100 Jahre nach Shackleton, folgten zehn Männer und zwei Frauen auf einer 15 Meter langen Segelyacht der Route, darunter die Schriftstellerin Tina Uebel, die bereits die Nordwestpassage durchsegelt ist und darüber auch in GOOSE (Ausgabe 11, Frühjahr 2014) berichtete, gemeinsam mit ihrem Kollegen Nikolaus Hansen sowie dem Fotografen Andrea Badrutt. Heraus kam, wie nicht anders zu erwarten war bei dieser hochkarätigen Crew, ein exzellentes Buch.


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