Wellenbrecher

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on pinterest
Share on whatsapp
Share on email

Neben den Segelyachten, die aus reinem Vergnügen übers Wasser bewegt werden, tummeln sich dort Fracht-, Forschungs-, Kreuzfahrt- und Tankschiffe sowie Fähren und Binnenschiffe. Deren Kapitäne können aus ihrem Berufsleben manche spannende, dramatische, gefährliche oder auch heldenhafte Anekdote zum Besten geben. Stefan Krücken und Achim Multhaupt (Fotografie) haben 27 Kapitäne ihre besten Geschichten erzählen lassen. Sie setzen damit ihr Erfolgsbuch „Orkanfahrt“ (2007) fort. „Wellenbrecher“ ist herausragend, weil alle Beteiligten (Schreiber und Fotograf ebenso wie Lektor, Korrektorinnen und Illustrator) ihre Arbeit scheinbar mit Herzblut machten. Nahezu fehlerfrei bietet das Buch mit seinem gelungenen Layout und guter Bildauswahl einen tollen Rahmen für die Erzählung vom DDR-Fischereischiff Ludwig Renn, dessen Anker samt 220 Metern Kette 1986 vor der US-Ostküste versenkt wurde. Oder für die Erinnerungen des damaligen Geschützführers Hermann Gerdau, der 1939 beim Angriff auf Polen an Bord der Schleswig-Holstein war. „Rückblickend ist es ein seltsames Gefühl, dass man mit seinen Schüssen den Zweiten Weltkrieg eröffnet hat, aber solche Gedanken kamen mir damals nicht.“ Auch für Segler ein sehr lohnender Blick über den eigenen Süllrand. Der allerdings auch die traurige Erkenntnis bringt, dass kaum einer der alt gedienten Kapitäne heute noch zur See fahren wollte. Aus Kostengründen immer weniger, schlechter ausgebildete Besatzung, ständige Kontrolle durch die Reederei, der es in Krisen an Loyalität zum Kapitän fehlt, und die schwindende menschliche Wärme auf See und in Häfen beenden zunehmend die Seefahrerromantik.

Hier bei Amazon bestellen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Kennen Sie jemanden, der das gern lesen würde? Hier klicken und teilen:

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on pinterest
Share on whatsapp
Share on email

Das interessiert Sie vielleicht auch

Couch Sailing

Per Anhalter nach Brasilien: Dies ist das Buch über eine schöne Reise. Knapp 100 Tage von Gibraltar nach Recife, eine Ozeanüberquerung und ein großes Abenteuer. Dabei zeigt sich wieder einmal, dass ein eigenes Boot zum Segeln nicht immer nötig ist. Und auch dies wird bestätigt: Tue etwas, sei aktiv, höre

Traumtänzer

“You can’t judge a book by its cover”, heißt es ja so schön. Und obwohl man das ja eher im übertragenen Sinne als wörtlich nehmen soll, muss ich letzteres hier dann doch mal tun. Das Cover von dem Segelroman „Traumtänzer“ ist für meinen Geschmack alles andere als attraktiv… und es

Unterwegs mit den Arglosen

„Unterwegs mit den Arglosen“ ist sehr lustig und erfrischend, gerade weil es so völlig politisch unkorrekt ist: Daran muss man sich erst einmal (wieder) gewöhnen! Stellenweise ist es gar offen rassistisch, aber diesen Rassismus verteilt Mark Twain sozusagen gleichmäßig – und das Buch muss natürlich im Kontext der Zeit gesehen