Selbst der beste Plan

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Geschichten aus einem früheren Irland.

Dies ist ein wunderbares Buch voller lustiger, skurriler, auch mal trauriger Geschichten, mitten aus Leben gerissen, die es gar nicht mehr gibt: Ein Gruß aus einer untergegangenen Welt. Geschichten von Menschen und vom Meer, mit trockenem Humor und treffenden Worten erzählt. Es geht um Irland, den Nordwesten Irlands, im 19. und frühen 20. Jahrhundert. Eine faszinierende Welt, in der viele Menschen in bitterer Armut leben; eine scheinbar harte und brutale Welt, die aber auch ihre sanften und romantischen Seiten hat, in der es auch um Zusammenhalt und Gemeinsinn geht. Davon also erzählt Séamus O Grianna meisterhaft, von den Menschen dort mit all ihren menschlichen Schwächen (und, seltener, Stärken). Das Meer spielt hier fast immer eine wichtige Rolle, auch wenn dies kein Buch über die Seefahrt ist. Das Verhältnis der Menschen zum Meer in dieser rauen und windigen Küstenregion am Nordatlantik lernen wir jedenfalls gut kennen. Ebenso, wie so einige Verhältnisse der Menschen untereinander – oft geht es auch hier um das für endlose Geschichten, Erzählungen, Komödien und Tragödien ausreichende, nie versiegende Thema „Mann und Frau“…

Dir irische Sprache

Seamus O Grianna hat diese und vieler andere seiner Werke auf Irisch, einer gälischen Sprache, geschrieben. Das Alphabet dieser Sprache hat angeblich nur 18 Buchstaben, aus diesen jedoch konnte ein riesiger Wortschatz geformt werden, der weit über das den Iren aufoktroyierte Englisch hinaus reicht. Mit welcher Brutalität die Engländer im 19. Jahrhundert versuchten, die Irische Sprache auszurotten, wird in dem ebenfalls sehr lesenswerten Nachwort von Rolf Sotschek geschildert:

„Die Londoner Regierung versuchte, der Sprache endgültig den Garaus zu machen. Nach der großen Hungersnot Mitte des 19. Jahrhunderts war es verboten, in der Schule Irisch zu sprechen. Die Kinder mussten einen Holzstock um den Hals tragen, in den für jedes irische Wort, das sie sagten, eine Kerbe eingeritzt wurde. War am Ende der Woche eine bestimmte Anzahl an Kerben überschritten, wurden die Eltern des Kindes mit Lohnabzügen bestraft.“

Ziemlich heftig, wenn man mal nur kurz darüber nachdenkt. So ist in diesem Buch auch das Nachwort ein ebenso wichtiger wie erhellender Teil des Ganzen, der es den meisten Leserinnen und Lesern überhaupt erst ermöglichen wird, den großen Kontext zu begreifen, in dem diese Geschichten entstanden sind. Ein Irland vor dem historischen Hintergrund der Unabhängigkeitskämpfe, aber auch ein romantisches Irland…

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