Heide und Erich Wilts, Langfahrtsegler in hohe Breiten. Ein Interview.

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Heide und Erich Wilts gehören zu den „Dienstältesten“ Langfahrtseglern, seit vielen Jahrzehnten besegeln sie die Ozeane dieser Welt und das auch oft und gerne in besonders entlegenen Regionen der hohen nördlichen und südlichen Breitengrade.

 

Was bedeutet Seemannschaft (dieser oft verwendete Sammelbegriff) für Euch ganz persönlich?

Erich: Seemannschaft ist das Wissen und Können, das die Mannschaft für die Handhabung des Schiffes braucht. Seemannschaft ist also eine wichtige Voraussetzung für alle, die mit einem Boot unterwegs sind. Die Anforderungen an den einzelnen sind dabei sehr unterschiedlich und abhängig vom Revier, von der Art des Bootes, vom Zweck der Reise, von der Funktion des einzelnen an Bord. Ein Schiffsführer benötigt erheblich mehr Kenntnisse und Fähigkeiten als ein Mitsegler; in Revieren wie bei Kap Hoorn muss der Erfahrungsschatz größer sein als auf einem Urlaubstörn in der Dänischen Südsee, ein Regattasegler auf Rekordfahrt um die Erde ist in völlig anderer Weise gefordert als ein Blauwassersegler, der gemächlich auf der so genannten Barfußroute segelt.

Wenn wir Crews für Törns auf unseren Reisen zusammenstellen, achten wir sehr darauf, dass unsere Mitsegler, die dem jeweiligen Revier entsprechenden menschlichen und seglerischen Voraussetzungen mitbringen. Anforderungen an Mitsegler, die beispielsweise durch die Nordwestpassage mit uns segeln, sind ungleich höher als die bei einem Karibiktörn. Aber auch bei den leichten Törns erwarten wir, dass unsere Mitsegler das Kleine Einmaleins des Fahrtensegelns beherrschen und darüber hinaus über Team-Erfahrung verfügen.

Was ist „gute Seemannschaft“ Eurer Meinung nach?

Erich: Unter guter Seemannschaft verstehen wir, dass man in jeder Situation angemessen agieren bzw. reagieren kann. Ein Zeichen guter Seemannschaft ist auch das Voraussehen bestimmter Situationen und das frühzeitige darauf einstellen. Dazu gehört auch das Vermeiden unnötiger Risiken. Niemals sollte man davon ausgehen, dass „es schon gutgehen wird“.

Wie lernt man das?

Erich: Man kann den Lernprozess in zwei Teile aufteilen: Einerseits muss man die Theorie und andererseits die Praxis beherrschen. Die theoretischen Anforderungen sind für alle weitestgehend gleich: Man qualifiziert sich über die theoretischen Befähigungsnachweise der privaten oder staatlichen Ausbilder. Ma…

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