Hinterm Horizont geht’s weiter?

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Fast jeder Segler träumt irgendwann vom Langfahrtsegeln und fernen Inseln hinter dem Horizont. Ist es dort wirklich schöner? Viele spricht dafür, das Segeln in Europa oder ganz vor der eigenen Haustür intensiv zu genießen…

Sie ist so alt wie die Seefahrt selbst: Die Sehnsucht nach dem, was hinter dem Horizont liegt. Vielleicht ist sie sogar noch älter, vermutlich hat sie die Erfindung des Bootes überhaupt erst in Gang gesetzt: „Wenn du ein Boot bauen willst, dann wecke in dir zuerst den Traum nach der See“, heißt ein weiser Rat für alle angehenden Amateurbootsbauer, bei denen die Gefahr ja besonders groß ist, dass ihnen irgendwann auf dem langen Weg zwischen Kiellegung und Stapellauf die Motivation abhanden kommt. Die Eigner bereits segelfertiger Boote verspüren die Verlockung der weiten See und ferner Gestade noch viel stärker. Einfach die Segel setzen und alles hinter sich lassen. Keine Staus, kein Schmuddelwetter, keine Steuererklärung. Wäre das nicht das Paradies?

Hinterm Horizont geht's weiter? - Literaturboot - Blog
Schönes Südfrankreich: Villefranche

Könnte sein. Gäbe es da nicht auch das geflügelte Wort der Profisegler, die, in der Karibik oder anderswo in tropischen Traumrevieren, als Crews auf großen oder auch sehr großen Yachten ihren Job machen: „Another rotten day in Paradise!“, sagen sie, fast täglich, nach dem dritten Bier des Vormittags, also fast schon Koma-saufend wie Jugendliche aus den sozialen Brennpunkten europäischer Großstädte. „Noch so ein beschissener Tag im Paradies.“ Ja, kann denn das wahr sein?

Die Realität ist tatsächlich ernüchternd. Die größte Müllhalde des Planeten befindet sich nicht an Land, sondern treibt auf den Weltmeeren herum. Piraten kapern und morden, korrupte „Immigration Officers“ fordern ganz unverhohlen ihr Bakschisch ein, Kleinkriminalität („I watch your dinki, man!“) begegnet uns auch an karibischen Traumstränden. Yachten, beziehungsweise deren vor allem in den Augen bitterarmer Drittweltbewohner unvorstellbar reiche Besatzungen, sind an vielen Orten der Welt ganz offenbar vor allem dazu da, um au…

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