Beinahe Alaska

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on pinterest
Share on whatsapp
Share on email

Dieses Buch ist brillant geschrieben, was man nicht anders erwartet, wenn man einige der anderen Texte der Autorin kennt, journalistische oder Gedichte oder was auch immer, selbst als Songschreiberin ist sie erfolgreich und dichtet für Musiker wie U. Lindenberg oder H. Grönemeyer sowie einige andere.

Allerdings ist das Buch stellenweise auch ganz und gar und zutiefst deprimierend, obwohl ich es gerne gelesen habe. Es bestätigt mich in meinem Urteil, dass ich ganz gewisse nie, niemals einen Fuß auf eines dieser unaussprechlichen Kreuzfahrtschiffe setzen werde, egal wie groß oder klein oder ob sie sich in totalem Zynismus „Explorer“ oder wie auch sonst immer nennen. Beim Lesen möchte man manchmal lachen, über die Passagiere auf dieser Fähre, manchmal lieber weinen über das alles. Was alles? Lesen Sie es selbst. Denn es ist unterhaltsam und nachdenklich und ganz gewiss keines dieser „ich-bin-der-bessere-Mensch-Buch, weil ich euch hier mal erkläre, wie schmutzig das Meer/wie überfüllt die Welt/wie schnell das Eis schmilzt“ oder welche anderen durchaus bekannten Probleme problembeladen beschaut werden – nein, das ist es ganz und gar nicht.

Das Buch hat auch seine leichten Seiten und es hat auch komische Momente. Es lebt von Arezu Weitholz’s Kunst zu beobachten und zu beschreiben, auf scheinbar einfache und doch treffende, nachdenkliche, eben auch witzige Art. Und, sagte ich das etwa schon, ich werde ganz gewisse nie, niemals einen Fuß auf eines dieser unaussprechlichen Kreuzfahrtschiffe setzen werde, egal wie groß oder klein oder ob sie sich in totalem Zynismus „Explorer“ oder wie auch sonst immer nennen. Darin hat sie mich bestärkt. Nicht, dass es nötig gewesen wäre, dass ich an meinem Urteil gezweifelt hätte oder schwach geworden wäre angesichts so wunderbarer schwimmender Buffets und gemütlicher Kabinen und toller Unterhaltungsshows. Nein, das nicht. Aber es tut eben gut, ab und zu mal bestätigt zu werden.

Aber ich ereifere mich zu sehr an diesen grässlichen Kreuzfahrten. Das hier vorliegende, wunderbare Buch ist natürlich noch viel mehr. Wobei, so eine Schiffsreise bietet eine perfekte, überschaubare Bühne, fast wie ein Kammerstück für die auftretenden Personen. Es geht aber eben auch um das Gegenteil, nämlich um Weite und Raum und Zeit. Die Natur. Das Leben. Ach, was soll ich noch sagen: Lesen Sie es am besten selbst. Es lohnt sich!

Sie können das Buch ganz einfach direkt hier und portofrei bestellen – und Sie helfen auch uns damit ein wenig. Vielen Dank!

PS. Auch die leider viel zu wenigen Illustrationen von Arezu Weitholz in diesem Buch sind einfach klasse. Eine Sonne wie ein Fingerabdruck. Eisberge wie Puzzlestücke. Und ein Horizont wie, ja, ein Strich…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Kennen Sie jemanden, der das gern lesen würde? Hier klicken und teilen:

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on pinterest
Share on whatsapp
Share on email

Das interessiert Sie vielleicht auch

Das Eis schmilzt

Das Eis schmilzt – dieser Titel sagt erst einmal wirklich nichts Neues. Doch schon der Untertitel klingt spannender: Klimaschutz und Wirtschaft neu denken. Das ist doch mal eine Ansage! Tatsächlich ist dies ein ziemlich persönliches Reisebuch eines Seemanns, Abenteurers und Klima- ja, was? Klimabetroffen sind wir alle, ein Klimaaktivist lässt

Eingefroren am Nordpol

Heute, am 12. Oktober 2020, kehrt das Team der »MOSAiC«-Expedition nach Bremerhaven zurück. Das markiert einen Meilenstein der Polarforschung. Im September 2019 verließ der Eisbrecher »Polarstern« den Hafen von Tromsö, um festgefroren an einer Eisscholle Richtung Nordpol zu driften. Das Schiff brachte erstmals ein Forschungsteam im Winterhalbjahr und während der Dunkelheit der Polarnacht in die

Unter uns das Meer

Juliet lebt mit ihrem Mann Michael und ihren zwei Kindern eine äußerlich vollkommen durchschnittliche amerikanische Vorstadtehe mit den traditionellen Rollenmustern. Er arbeitet viel und lange und träumt von einem anderen Leben, sie schiebt den Abschluss ihrer Dissertation immer wieder vor sich her und gibt schließlich ganz auf, um Ehefrau und

Digitale Empfehlungen