Reisen und andere Reisen

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Dies ist keine Neuerscheinung, aber eine Entdeckung, die so wunderbar ist, dass ich sie hier teilen möchte. Das Buch trägt den Titel „Reisen und andere Reisen“ aber es ist, obwohl es von vielen verschiedenen Orten handelt, kein Reisebuch im klassischen Sinn; es geht hier eher um die Reise oder um das Leben an sich. Es ist auch kein maritimes, oder gar Segelbuch, obwohl auch in einem sehr schönen Kapitel das unter Langfahrtseglern bekannte Cafe Sport auf Horta beschrieben wird: „Wenn Sie hier landen, besitzen Sie entweder eine schöne Yacht, die es Ihnen erlaubt, den Atlantik zu überqueren; oder Sie sind ein einsamer Segler, der vielleicht keine Luxusyacht besitzt, aber dennoch privilegiert ist, da die Segel Ihres Lebens vom Wind der Freiheit gefüllt werden.“

Aber ich möchte Sie hier nicht in die Irre führen, denn wie gesagt, es geht vordergründig nicht ums Segeln oder die Seefahrt, obwohl letztere in der Geschichte der Menschheit und in der Kultur natürlich immer eine große Rolle spielt. So ist es denn auch nicht verwunderlich, dass der Autor Antonio Tabucchi in seinem Vorwort, welches dieses Buch besser als jede Rezension es könnte zusammenfasst und gleichzeitig empfiehlt, in seinen Bildern selber auf die See hinausgezogen wird.

„Diese Texte, die bei den verschiedensten Gelegenheiten entstanden sind, immer anlässlich von Reisen, wobei ich die Reisen nie unternommen habe, um darüber zu schreiben, trieben wie Inseln in einem schwimmenden Archipel: Sie sind an den verschiedensten Stellen erschienen, im In- und Ausland, nahezu ohne Zugehörigkeit oder Identität, Treibgut. Sie zu sammeln war, als würde ich daraus ein Floß bauen, ein Schiff, ein Kanu; ich habe die Risse an ihrem Kiel abgedichtet, und die Strömungen, denen sie ausgesetzt waren, in eine gemeinsame Richtung gelenkt, damit sie ihre Fahrt als Buch fortsetzen konnten.“

Etwas weiter unten heißt es: „Ich muss zugeben, alles in allem bin ich viel gereist. Ich habe viele fremde Orte besichtigt und habe an vielen fremden Orten gelebt. Und das empfinde ich als großes Privileg, denn wenn man ein ganzes Leben lang mit den Füßen auf demselben Boden steht, kann das zu einem gefährlichen Irrtum führen, zu dem Glauben nämlich, dieser Boden gehöre einem, als wäre er nicht ausgeliehen, so wie alles im Leben ausgeliehen ist.“

Eine wunderbare, unterhaltsame aber ganz gewiss nicht seichte Lektüre, die ich uneingeschränkt empfehlen kann. Am besten liest man sie, wie sollte es anders sein, unterwegs, auf Reisen, am liebsten also an Bord.


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