Erebus

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Wieder einmal ein Buch, wie ich es liebe, weil es so recht in keine Schublade passt. Vordergründig ist es ein Werk über die Fahrten und das Schicksal des Schiffes „Erebus“, welches im 19. Jahrhundert zwei bemerkenswerte Forschungsreisen in die Antarktis unternahm und dann eine weitere in die Arktis. Unter dem glücklosen Sir John Franklin, zuvor Gouverneur von Tasmanien, wo er das Schiff und dessen dann Kommandanten Ross, einen guten Freund, bereits traf, startet die „Eerebus“ im Mai 1845 gemeinsam mit der „Terror“, die auch im Süden schon dabei gewesen war, von England aus nach Norden um die Nordwestpassage zu finden. Drei Jahre später verschwinden beide Schiffe mit Mann und Maus spurlos – bis das Wrack der „Erebus“ 2014 vor der Nordküste Kanadas entdeckt wird.

Grund genug für den Weltenbummler, Erzähler und Monty-Python-Star Michael Palin, sich dieser faszinierenden Geschichte anzunehmen und eben dieses Buch daraus zu machen. Welches weit über die tragische Reise von Franklin und seinen Leuten hinausgeht und auch ein Bild des viktorianischen Großbritanniens des 19. Jahrhunderts zeichnet, wie die Menschen und vor allem die Kapitäne, Seefahrer, Entdecker, Wissenschaftler und auch die Royal Navy und die Admiralität damals tickten: Weltgeschehen, so ganz en passant und vor allem humorvoll und menschlich erzählt. Die Reisen selbst werden vor allem Fakten- und Kenntnisreich beschrieben, auch immer mit einem zwinkernden Auge auf scheinbar Nebensächliches, was aber zuweilen ganz kurzweilige und humorige Miniexkursionen ergibt. Das ist wohl die Monty-Python-Schule des Autors, dem man aber sicher nicht gerecht wird, wenn man ihn auf nur diesen kleinen Ausschnitt seines Schaffens reduziert.

Erwähnen und loben muss man auch die Übersetzung von Rudolf Mast, der, da selbst Segler, nicht wie so viele andere seiner Kollegen an den nautischen Begriffen und Beschreibungen scheitert, sondern natürlich mit seinem vorhandenen Sachverstand auch in nautischen Dingen perfekt ins Deutsche überträgt.

Fazit: Sehr empfehlenswert. Als LeserIn wird man gut unterhalten, lernt etwas und ist am Ende rundum zufrieden.


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