Per Anhalter über den Atlantik

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Eine Rezension von Andreas Schiebel (lebt auf seinem Boot: http://slisand.blogspot.com)

Mutig und neugierig ist die Jugend heute offenbar mehr denn je. Schneller zum Abitur und keine Zeit mehr für Bund und Zivildienst verlieren. Heute zieht es die jungen Menschen raus ins Abenteuer. Anna will nach Chile trampen, da liegt der Atlantik im Weg. Da kommt Christoph ins Spiel. Seit seiner Jugend segelt er, nun hat er ein eigenes kleines Boot gekauft. Onlineauktionsportale machen das heute auch für junge Menschen möglich. Er segelt mit seiner Hurley 22 von Hamburg bis zu den Kanaren.

In dem Buch, das eigentlich zwei Bücher sind, schreiben Anna die Tramperin und Christoph der Segler abwechselnd aus ihrer Sicht jeweils ihre Geschichte. Schön ist es zu lesen, wie sich ihr Wege langsam kreuzen. Auf Gomera nun liegt Christoph schon etwas länger, da taucht an Bord eines anderen Bootes die Tramperin Anna auf. Beide verlieben sich auf den ersten Blick ineinander. Nur der jeweils andere weiß das nicht – und so brauchen sie am Ende über drei Wochen und 50 Buchseiten, bis endlich die Frage aller Fragen kommt. Beide haben sie schon lange im Kopf, keiner traut sich, es auszusprechen. Na ja, dann eben erst nach drei Wochen und 50 Buchseiten: „Willst du mit mir segeln?“

Was am Anfang sehr schön zu lesen ist, und tatsächlich Erinnerungen an die eigene erste Liebe wieder aufkommen lässt, wird dann im Verlauf doch etwas anstrengend. Keiner der beiden traut den Gefühlen des anderen wirklich, keiner redet darüber. Und so bleiben die Zweifel doch ein großer Bestandteil ihrer Gedanken. Und damit eben auch ein großer Teil der Erzählung(en).

Da kommen die erlebten Abenteuer dann doch zu kurz. Anna will, kaum in der Karibik angekommen, erstmal mehr Land und Leute kennenlernen und zieht immer wieder los über die vielen Inseln. Christoph kann und will sein Boot nicht zu lange alleine lassen und segelt immer wieder alleine weiter. Am Ende segelt er auch alleine zurück über den Atlantik nach Europa, getrieben von der Sehnsucht nach Anna, die irgendwann im Herbst in England auf ihn warten wird. Eine schönes rühriges Happy End.

Fazit: Ein nettes Lesebuch für junge Menschen, die sich auch auf den Weg machen wollen. Allerdings verspricht der Titel „Per Anhalter über den Atlantik“ mehr als er hält. Tipps oder Erfahrungen zum Trampen über die Meere fehlen nämlich, ein „Mehrwert“ ist also nicht vorhanden. Schließlich kann sich ja nicht jeder gleich verlieben und sich damit das Trampen erleichtern. Lentzendlich wurde das Buch für mich, durch die sehr starke Fokussierung auf die Liebesgeschichte, am Ende dann eben doch ziemlich langweilig.


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Per Anhalter über den Atlantik - Literaturboot - Abenteuer & Fernweh, Buchkritiken

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