Einhand um den Atlantik

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Also – noch so ein Segelbuch. Doch trotz gewisser inflationärer Tendenzen in diesem Genre gibt es Unterschiede und zum Glück wird tatsächlich nicht immer alles, was heutzutage in Blogs erscheint, auch gleich als Buch veröffentlicht. Obwohl das ja immer mehr zum gängigen Verfahren zu werden scheint und so auch hier. Es gibt einen ausführlichen Blog, geschrieben während der Reise, es gibt Filme und nun auch das Buch. Mein Gott, möchte man denken, da segelt einer in die Karibik und zurück und muss gleich solch ein Multimediahappening daraus machen. Kann denn niemand mehr einfach mal irgendwohin segeln, ohne sich gleich auf allen verfügbaren Kommunikationskanälen darzustellen?

Aber gut, so sei es. Diese Anmerkungen wollte ich nur voranstellen um zu verdeutlichen, worin meine anfängliche Zurückhaltung diesem Buch gegenüber begründet war. Übrigens ganz unbegründet, um auch das gleich zu sagen. Wenn man sich erst einmal über die ersten paar Seiten in das Buch hinein gefunden hat, dann entpuppt sich der Erzähler als offenbar ganz patenter und sympathischer Typ und die Geschichte als durchaus lesenswert. Und es ist ja auch eine tolle Reise, die Guido Dwersteg hier beschreibt, und ja, es ist auch eine bemerkenswerte Leistung, vor allem für einen dann doch zumindest anfänglich noch relativen Segelneuling.

Es macht Spaß, den Autor und Segler quasi lesend auf seiner großen Reise zu begleiten. Das liegt an der lockeren und leichten Weise, wie er erzählt, es liegt vor allem aber auch an der Bescheidenheit, mit der Guido Dwersteg von seinen Leistungen berichtet und auch daran, dass wir als Leser zumindest ein Stück weit in seine ganz persönliche Gefühlswelt hinein gelassen werden – denn er berichtet nicht nur über Flauten und Stürme auf See, sondern auch in seinem Gemüt; es geht hier auch um Zweifel und Ängste, die wohl jeden Alleinsegler auf solch einem Törn befallen, neben den großartigen und tollen Momenten, die es natürlich auch gibt. Dass ich mich hier und da bei dem Gedanken ertappe „das hätte ich wohl anders gemacht“ spricht nur für das Buch, das offenbar so gut geschrieben ist, dass man wirklich vieles ziemlich genau „miterleben“ kann. Und natürlich hat am Ende jeder seine eigenen Lösungen und so gesehen kann man hier und da auch immer mal wieder etwas Neues entdecken, etwas lernen.

Kurzum: Tolle Reise, tolles Buch. Wirklich lesenwert, noch dazu, weil es zumindest mich mit dieser leicht kribbeligen Unruhe hinterlässt die aus dem Wunsch entsteht, am liebsten gleich selber an Bord zu gehen und los zu segeln. Und das passiert mir ganz bestimmt nicht mit jedem Segelbuch…

 

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