Zapotek und die strafende Hand

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on pinterest
Share on whatsapp
Share on email

Ich kenne Claudia Rusch nicht, dennoch hat sie mir neulich eine schlaflose Nacht bereitet. Mit ihrem ersten Krimi, „Zapotek und die strafende Hand“ nämlich. Dabei hatte ich das Buch mit einiger Skepsis in die Hand genommen, herrscht doch derzeit eine ziemliche Inflation von Krimis mit den verschiedensten Typen als Ermittler oder Kommissare, denen von den Autoren, damit sie nicht so zweidimensional wirken, allesamt eine möglichst „realistische“ Persönlichkeit mitgegeben wird. Was in den allermeisten Fällen als kaputte oder unglückliche Familiensituation und eine gewisse Schrulligkeit interpretiert und dargestellt wird.

So hat auch Hennnig Zapotek, der „Held“ von Claudia Rusch und Kriminalhauptkommissar in Hamburg mit Wurzeln in der DDR seine persönliche Geschichte und seine Altlasten zu tragen. Dass er lieber segeln gehen würde als sich um die Aufklärung immer neuer Verbrechen zu kümmern, macht ihn dabei sympathischer als so manchen seiner literarischen Kollegen, wird aber leider nur eher am Rande erwähnt. Stattdessen wird er, am Ort seiner Kindheit an der Ostseeküste irgendwo bei Stralsund, in eine Geschichte hinein gezogen, die zwar an Dramatik einiges zu bieten hat, sich am Ende des sehr gut lesbaren Romans dann aber doch mehr oder weniger in Wohlgefallen auflöst. Überhaupt sind das Buch und dessen Charaktere sehr menschlich und oftmals erfreulich warmherzig, wobei sich nicht nur Henning Zapotek mit seiner Vergangenheit und einem ungelösten Vater – Sohn Konflikt auseinander setzen muss.

Fazit: Vielschichtig, kurzweilig, spannend und, vor allem, positiv und sympathisch ist dieses Buch und natürlich sind dies auch die Gründe, warum ich es in jener Nacht nicht aus der Hand legen konnte bis zum Schluss an dem, so viel darf ich hier wohl verraten, Henning Zapotek dann doch noch zu seinem ersehnten Törn aufbrechen kann. Übrigens, der Untertitel lässt hoffen: „Der erste Fall“ steht dort auf dem Cover und so darf man sich wohl schon auf weitere Geschichten mit Henning Zapotek freuen. Immerhin hat man den nach der Lektüre des „ersten Falls“ nämlich ziemlich gut kennen gelernt. Und weil ich ihn nun schon etwas kenne, finde ich: von ihm können wir gerne mehr lesen!

Claudia Rusch, geboren 1971, wuchs auf der Insel Rügen, in der Mark Brandenburg und seit 1982 in Berlin auf.

Sie studierte Germanistik und Romanistik und lebt als freie Schriftstellerin in Berlin. 2003 erschien ihr Bestseller Meine freie deutsche Jugend, 2009 Aufbau Ost. Unterwegs zwischen Zinnowitz und Zwickau. Zuletzt veröffentlichte sie Mein Rügen
Bücher portofrei bestellen!
Jetzt bei www.buecher.de!
Zapotek und die strafende Hand - Literaturboot - Romane & Literatur

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Kennen Sie jemanden, der das gern lesen würde? Hier klicken und teilen:

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on pinterest
Share on whatsapp
Share on email

Das interessiert Sie vielleicht auch

Detlef Jens - Black Jack, Ein Schiff verschwindet
Black Jack

Eine Rezension von Hella Peperkorn Kommissare gibt’s viele, die an Frankreichs bezauberndsten Ecken berüchtigte Verbrechen lösen. Die Ingredienzien stimmen meist überein und verführen den geneigten Krimileser in ein genussvolles französisches savoir vivre. Mit seinem Vollblutsegler, Fabian Timpe, ist es Detlef Jens jedoch gelungen, eine neue Farbe in die Krimisee zu

Black Jack

Wenn ein Herzblutsegler, Weinliebhaber, Frankreichverehrer mit Buchstaben umgehen kann, weil er zum Geldverdienen als Fachautor, Redakteur und Journalist arbeitet, dann kann nur so ein Erstlingsroman dabei herauskommen. Ein Krimi sollte es sein, inspieriert von seinem Freund, der einst wie die Hauptperson im Roman als Yachtdektiv unterwegs war, Regatten segelt und

Die Farbe der See

Allmählich könnte es Zeit werden, den Wunschzettel zu schreiben und die Geschenke für Familie und Freunde zu besorgen. Dieser packende Segelthriller geht immer, vor allem auch, um den langen, für viele denn ja doch Segelfreien Winter zu überbrücken… Starboot Weltmeisterschaft 1939 auf der Kieler Außenförde. Mit dabei ist der junge

Digitale Empfehlungen