Unruhiges liegen im Hamburger Hafen – hier bin ich wieder einmal quasi im Kielwasser meines Romanhelden Fabian Timpe unterwegs, in seiner und meiner früheren Heimatstadt an der Elbe. Und weil mir ja alle Orte, die in meinen Büchern um diesen segelnden Yachtdetektiv vorkommen, persönlich bekannt sind, war und ist es natürlich auch der City Sporthafen hier in Hamburg. So liest es sich darüber im dritten Band um Fabian Timpe, dem Hamburg- und Norddeutschland-Roman „Im Kielwasser des Geldes“:
Der Weg nach Hamburg ist beeindruckend, wenn man auf dem Fluss entlang in die Stadt hinein segelt. Zunächst ist die Elbe noch breit, die Ufer an beiden Seiten flach und unscheinbar, das Land hinter Deichen und Schafen versteckt. Erst wenn man an Wedel vorbei ist, ändert es sich, schlagartig. Fluss und Fahrwasser werden schmal, das Ufer an der „Nord“ wird hoch, einzelne Dörfer und Vororte sind nun zu sehen. Blankenese. Passend dazu bricht die Sonne durch die grauen Wolken, die bis hierher den Himmel zugehängt hatten. Ein romantisches, mildes Abendlicht schüttet sich geradezu verschwenderisch über dem Elbhang aus.
Fabians Herz krampft sich zusammen. Warum, weiß er nicht so recht, will er gar nicht wissen. Bekannte Landmarken kommen auf und ziehen vorbei. Der Süllberg, der Bulln, der Strandweg und der Bauers Park; darunter der kleine Jollenhafen des BSC. Ein emotionaler Tsunami an Erinnerungen strudelt ihn mit, hilflos geht er unter, wird in die Tiefen der längst vergessen geglaubten Vergangenheit gerissen und wirbelt darin umher wie in einem Schleudergang der Waschmaschine.
(…)
Die Skyline der Innenstadt taucht allmählich auf, die Vorhut davon ist die moderne, architektonisch nicht uninteressante Wasserfront von Neumühlen. Die Energie der Metropole erfasst ihn nun und belebt ihn, seine Stimmung hellt sich auf. An Steuerbord jetzt der Hamburger Hafen. Docks, Kräne, Containergebirge. Aber auf der anderen Seite: Die Fischauktionshalle, Landungsbrücken, der Turm des alten Elbtunnels. Der Michel! Plötzlich an Steuerbord: Musicalhallen statt Container. Und voraus thront das neue Wahrzeichen der Stadt, die Elbphilharmonie. Fabian staunt, das Ding hat er live noch nicht gesehen, vorher. Zu lange war er weg.

Tatsächlich ist es eine schöne Erfahrung, Hamburg mit dem eigenen Boot zu besuchen und hier, im Herzen des Hafens und der Stadt, festzumachen. Na gut, für Fabian Timpe im besagten Bucht wird es natürlich spannend, chaotisch und gefährlich: Es geht um Betrügereien beim Bau einer Megayacht in einer Werft in Rendsburg am Nord-Ostsee-Kanal, seine Exfrau arbeitet als Ingenieurin mit am Yachtprojekt und wird verdächtigt, in die undurchsichtigen Machenschaften verstrickt zu sein. Ihr gemeinsamer Sohn segelt als Crew auf einer Rennyacht, die in der Ostsee versinkt und schließlich wird Fabian noch von unbequemen Wahrheiten aus seiner eigenen Familiengeschichte eingeholt… wie gut, dass ich selbst hier wirklich nur ein harmloser Tourist für wenige Tage bin!

Für Hamburg-Besucher ist der City Hafen tatsächlich fast ideal. Er entstand durch das Engagement von 85 Hamburger Firmen und zahlreichen Privatpersonen, darunter auch die Hamburg Messe. Sie setzten sich für die Idee ein, einen nichtstaatlichen, aber gemeinnützigen Hafen im Herzen der Stadt zu gründen. Durch Spenden in Höhe von rund vier Millionen Mark und zahlreiche kostenlose Sachleistungen wurde dieser Plan 1991 Wirklichkeit. Offiziell eingeweiht wurde der Hafen am 9. Mai 1992 durch den damaligen Ersten Bürgermeister Hamburgs, Henning Voscherau.
Der Hafen sollte vor allem als attraktiver Anlaufpunkt und Liegeplatz für Segel- und Motoryachten dienen, die Hamburg über das Wasser besuchen. Heute bietet er Gästen die Möglichkeit, mitten in der City anzulegen und die Stadt direkt von der Elbe aus zu erkunden. Einziger Nachteil, wie bereits erwähnt, ist das sehr unruhige Liegen tagsüber, wenn der Schwell der herumfahrenden Hafenfähren und Ausflugsbarkassen das Wasser aufwühlen. Allerdings ist es nachts sehr viel ruhiger, da dann kein Schiff- und Barkassenverkehr herrscht.
Hier geht es zur offiziellen Webseite des City Hafens Hamburg.









