Selbstjustiz

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Dieser bretonische Autor gilt in Frankreich als Geheimtipp, bei uns ist er so gut wie unbekannt. Ein umso größerer verdienst vom Verlag Wagenbach, Tanguy Viel auf Deutsch herauszugeben. Dieses Buch habe ich ich nicht gelesen, möchte es aber trotzdem hier vorstellen. Zwei Gründe gibt es dafür: Es ist kurz vor Weihnachten und ich vertraue dem Verlag ziemlich uneingeschränkt, oder besser dessen Programmgestaltung. Hier also der Verlagstext:

 

Ein Mann ertrinkt auf hoher See – war es Unfall oder Mord? Der Verdächtige vertraut dem Richter ganz ungeschützt seine Lebensbeichte an. Ein fein ziselierter Roman über Schicksal und Moral.

Martial Kermeur ist des Mordes angeklagt. An einem einzigen Tag, Auge in Auge mit dem Richter, erzählt er die Geschichte seines Lebens in einer kleinen bretonischen Stadt am Meer, von der gescheiterten Ehe mit France und von seinem Sohn Erwan, den er allein aufgezogen hat. Er ist ein einfacher und bescheidener Mann, der das alte Gutshaus verwaltet, bis es einer Großbaustelle weichen muss. Seinem Sohn will er ein Vorbild sein und ihm nicht das Gefühl vererben, auf der Seite der Verlierer zu stehen. Und doch scheitert Kermeur an den eigenen Hoffnungen. Er wird von dem Immobilienspekulanten Antoine Lazenec schmählich betrogen, dem es über Jahre hinweg gelungen ist, buchstäblich die ganze Stadt mit einer gläsernen Chimäre hinters Licht zu führen und so Gemeinde wie Kleinanleger finanziell zugrunde zu richten.

Minimalistisch und elegant ist dieses neue Sprachkunstwerk, dieser Roman über einen Mann, der ehrenwert leben will und zum Mörder wird.


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Selbstjustiz - Literaturboot - Buchkritiken

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