Das Logbuch des Lebens

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Logbücher sind ja nicht immer spannend zu lesen, sondern in erster Linie nüchternes Aufzählen langweiliger Fakten, wobei es hier, je nach Vorkommnissen, durchaus Unterschiede gibt. So auch hier, denn natürlich ist dies nicht das Original Logbuch einer Schiffsreise, sondern die literarisch aufgewertete Version. Allerdings, zuweilen liest es sich mühsam, viele Meeresbiologische Fakten werden aufgezählt und minutiös erläutert, über die ich dann gerne mal hinweg geblättert habe. Was wiederum auch nicht wirklich empfehlenswert ist, denn an manchmal ganz unerwarteten Stellen des Textes warten kleine Perlen darauf, entdeckt zu werden – humorvolle oder auch mal tiefsinnige, abschweifende Beobachtungen oder Gedanken die viel vom Lesespaß bei diesem Buch ausmachen. Und ja, wie bei jedem wirklich guten Werk muss man sich auch hier einlassen auf die Geschichte, die an sich ja schon interessant genug ist: Eine nicht ganz ernst gemeinte Expedition, mitten im Zweiten Weltkrieg, in die damals noch völlig unberührte und wilde Küstenregion rund um die Baja California, Mexiko.

Es war 1940, als sich John Steinbeck und sein Freund, der Meeresbiologe Ed Ricketts, auf ihre Expedition aufmachten, die von Anfang an auch als vergnügliche Reise angelegt war. Doch weil jede Reise durchaus gewinnt, wenn sie noch einen Zweck hat außer der reinen Zerstreuung, machten die beiden sich auf, um in diesem entlegenen Winkel der Westküste das Leben im und am Meer zu studieren – auch ihr eigenes, wie man als Leser bald merkt. Dazu chartern die beiden einen alten Fischkutter und laden den mit allerlei Zeugs voll, zum Sammeln und konservieren von allerlei Getier, aber auch Verpflegung für sich selbst – denn wie gesagt, das Zielgebiet war damals verlassen und abgelegen. Und während die beiden sich auf ihre meeresbiologischen Feldforschungen stürzen, verliert Steinbeck nur selten den Blick auch für das Große und Ganze, wodurch das Buch so lesenswert ist.

Ein echter „Geheimtipp“ des großartigen, Nobelpreis-geehrten amerikanischen Literaten. Am Ende bietet dieser Band noch eine weitere Besonderheit –einen anrührenden Nachruf auf seinen Freund Ed, der 1948 bei einem Autounfall ums Leben kam.

Wie alle Bücher aus dieser Klassiker-Reihe des mare Verlag ist auch dieser Band liebevoll ausgestattet, mit Leineneinband und Lesebändchen, im Schuber und auf feinem Papier gedruckt. Insgesamt ein kleines, sehr großes Buch – sehr empfehlenswert!


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