Seegehende Bücher!

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Diesen Verlag gibt es seit einem Jahr und dennoch ist es einer, wie man an der Küste so schön sagt, „vom alten Schlag“. Ein echter Verlag, mit einer Raison d’être, die sich nicht auf den bloßen Wunsch des Gewinnmachens reduziert. Mit anderen Worten: Ein Verlag mit einem Programm, das den selbst definierten inhaltlichen Ansprüchen entsprechen muss. Es geht ums Segeln, klar, aber vor allem um neue, in Deutschland noch weniger bekannte Facetten der Segelliteratur. Wissen und Leidenschaft rund ums Segeln, in Buchform dargeboten als praktische Informationen und gute Unterhaltung gleichermaßen.

„Bürokraten erfassen nicht die feineren Punkte guter Seemannschaft“, dieses Zitat des englischen Autors Tom Cunliffe, dessen Buch „Profiwissen für Segler“ in diesem Januar im Aequator Verlag erschien, wird von den Verlegern, dem Geschwisterpaar Maren und Guido Dors, gerne zitiert. Bringt es doch, so die beiden, die Mission des Verlages auf den Punkt: Gesunder Menschenverstand und Erfahrung sind mindestens ebenso wichtig wie Wissen und gute Ausrüstung, um Situationen auf dem Wasser gut zu meistern. Und genau dies soll, unter anderem, hier vermittelt werden.

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Natürlich sind beide, der Unternehmensberater Guido ebenso wie die Germanistin und Lektorin Maren, selbst begeisterte Segler. Sie ist gerne auf Mittelmeer, Nord- und Ostsee unterwegs; Guido lernte während einer Weltumsegelung im Rahmen des „Clipper Round the World Race“ neben vielen anderen Dingen auch die sehr pragmatische angelsächsische Segelkultur kennen. So entstand der Wunsch, Segelautoren zu publizieren, von deren Erfahrungen die Segler hierzulande profitieren können: „Der entscheidende Schritt zum Abenteuer auf dem Wasser ist der Wunsch, Erfahrungen zu sammeln. Dazu möchte Aequator mit seinen Produkten ermuntern“, heißt es auf der Webseite des Verlages.

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Dazu passen, natürlich, die Aequator-Neuerscheinungen dieses Frühjahrs. Tom Cunliffe ist einer der erfolgreichsten Segelautoren Großbritanniens. Seit über 40 Jahren fährt er zur See, einst als Matrose an Bord eines Tramp Steamers, dann mit einem alten Gaffelkutter und seiner damals frisch angetrauten Frau auf Langfahrt in die Karibik und weiter. In den nun folgenden Jahren und Jahrzehnten kamen unzählige Langfahrten in oftmals auch  entlegene Seegebiete hinzu, Tom schrieb seine Bücher und machte sich gleichzeitig einen Namen als Journalist, Ausbilder zum „Yachtmaster Examiner“, Sachverständiger und höchst unterhaltsamer Redner. Sein über all diese Jahre in der Praxis erworbenes Wissen stellt er in diesem Buch gebündelt und unabhängig vom gängigen Lehrkanon auf ebenso undogmatische wie unterhaltsame Weise zur Verfügung: Kompaktes Expertenwissen für Segler.

Der zweite neue Titel ist eine Reisebeschreibung von Sebastian Pieters. Eine eindrückliche Geschichte von einem jungen Mann, der seinen Traum von der Weltumsegelung allen Hindernissen zum Trotz realisiert. Kein Geld? Kein Boot? Kein Problem! Der Mathematiklehrer lieh seinem ehemaligen Schüler das acht Meter lange Sperrholzboot, das er selbst einmal gebaut hatte. Und nicht nur das, sondern darin auch schon selbst bis nach Neuseeland gesegelt war. Also musste es ja taugen für eine Weltumsegelung, und so nahmen Sebastian Pieters das Boot seines Lehrers und das Abenteuer seinen Lauf. Hier erfährt der Leser vor allem, wie man unmöglich erscheinende Träume doch verwirklichen kann. Zielstrebig und klar. So ist denn auch die Sprache von Sebastian Pieters. Voller Herz bei der Betrachtung des Wesentlichen.

Rezensionen beider Bücher, ebenso wie der im Vorjahr erschienenen Titel, demnächst hier. An dieser Stelle erst noch einmal einige Fragen an die beiden Verleger, Maren und Guido Dors.

Warum habt ihr einen Buchverlag gegründet?

Als langjährige Segler mit großer Vorliebe für nautische und maritime Literatur, haben wir festgestellt, dass es im deutschsprachigen Buchangebot große Lücken gibt. In Frankreich, Großbritannien und USA ist die Auswahl deutlich größer. Selbst Klassiker wie Joshua Slocum werden nicht neu aufgelegt oder Perlen wie Moitessiers Autobiografie werden gar nicht übersetzt. Auch im Bereich der Fachliteratur ist der Horizont sehr begrenzt, wer sich beispielsweise für britische Seemannschaft interessiert, sollte auch ein versierter Leser britischer Fachliteratur sein. In deutscher Sprache wird er nämlich kaum fündig werden.

Wie wird das Programm gestaltet?

Wir haben eine lange Liste möglicher Titel. Daraus treffen wir alljährlich eine Auswahl.

Was können wir in Zukunft vom Aequator-Verlag erwarten?

Weitere Werke, die es so vorher noch nicht gab.

Was ist anders als bei anderen Büchern, was ist das Besondere?

Die Originalität der Texte steht für uns im Vordergrund. Um historische sowie gesellschaftliche Unterschiede in anderen Ländern transparent zu machen, erarbeiten wir Anmerkungen und Kommentierungen, die dem Leser die Lektüre innerhalb des originalen Kontextes ermöglichen.  Dies setzt eine fundierte Auseinandersetzung mit den Manuskripten voraus. Zudem produzieren wir mit einem hohen ökologischen Anspruch, so verwenden wir extrem hochwertiges 100prozentiges Recycling Papier und Biofarben für den Druck. Die Bücher sind dennoch für den Gebrauch auf Schiffen geeignet.

Gibt es die Bücher als e-books, Hörbücher, DVD?

Bisher bieten wir auch E-Books und Internet-Applikationen an. Weitere Formate sind in Planung.

Welches ist euer Lieblingsbuch (nicht aus dem eigenen Verlag)?

Die Bücher um Horatio Hornblower von C. S. Forrester.

Was zeichnet ein gutes Buch aus?

Das lässt sich schwer pauschal beantworten. Ein gutes Buch bereichert den Menschen in irgendeiner Form, ob auf fachlicher oder emotionaler Ebene. Vielleicht bereichert es auch einfach durch Unterhaltung, indem der Leser eine schöne Zeit verbringt.

Nehmt ihr Manuskripte an von neuen Autoren?

Selbstverständlich!

Was ist das Ziel des Verlages?

Unser erklärtes Ziel ist es dem maritimen Leser Bücher anzubieten, die es sonst bisher auf dem deutschsprachigen Buchmarkt nicht gibt.

Kontakt und Informationen: http://aequator.comBücher portofrei bestellen!
Jetzt bei www.buecher.de!

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