Pilot Cutters under Sail

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on pinterest
Share on whatsapp
Share on email

Romantisch sind diese Boote, voller Geschichte und Geschichten, seetüchtig und schnell und robust. Für viele erfahrene Segler sind sie also auch die ideale Langfahrtyacht, bis vor einigen Jahren übrigens auch für viele Segler, die für kleines Geld ein großes Schiff suchten. Ein auch literarisch berühmtes Beispiel hier ist der bemerkenswerte Major H. W. „Bill“ Tilman, der, ausschließlich mit sehr alten und oft ziemlich müden, hölzernen Lotsenkuttern lange Reise in hohe nördliche und südliche Breitengrade unternommen hat, um dort dann die entlegensten Berge zu besteigen. Ein Hobby, über welches er tolle Bücher geschrieben hat. Zusammengefasst sind diese in dem Band „The Eight Sailing/Mountain Exploration Books“.

Ein weniger extremer, aber dennoch extrem erfahrener Segler von ehemaligen Lotsenkuttern ist der Autor dieses Buches. Der englische Journalist und Schriftsteller Tom Cunliffe ist fast 40 Jahre lang mit eben solchen Schiffen über die Weltmeere geschippert, meist mit Familie, von Grönland bis in den Südatlantik, von St. Petersburg bis in die Karibik. Zuerst in einem alten, einfachen aber robusten norwegischen Lotsenkutter, zuletzt in einem Nachbau eines englischen Kutters (der auch im Buch beschrieben wird). Ebenfalls bekannt, wenigstens unter Kennern, ist die kleine Falmouth Quay Punt Curlew, die, mit ihren damaligen Eignern Tim und Pauline Carr an Bord, auch lange Reisen vor allem in den Südatlantik unternommen hat.

Zurück zum Buch. Dieses Werk ist wunderbar für jede der sich für diese Art von Segelbooten begeistert, der an der Geschichte dieser speziellen Arbeitsboote interessiert ist oder überhaupt an jener spannenden Zeit, in der sich auch der Wandel von der Segel- zur Dampfschifffahrt vollzog. Die segelnden Lotsenkutter, ganz gleich ob in England oder Frankreich, in Norwegen oder in Cornwall, gehörten immer zu den schnelleren, eleganteren, überlegenen Segelfahrzeugen. Tatsächlich werden die hervorragenden Segeleigenschaften dieser Boote von den meisten Seglern heutzutage unterschätzt – dabei, nur ein Beispiel, gewann der Lotsenkutter Jolie Brise nicht nur das erste Fastnet Race, sondern noch etliche Hochseerennen danach. Und segelt, als Schulschiff, bis heute.

Dieses und viele andere Schiffe werden hier höchst kurzweilig beschrieben, dazu die Zeiten, die Menschen, es werden auch viele Anekdoten erzählt. So wird die große Zeit der segelnden Lotsenkutter lebendig, historisch genau recherchiert und opulent und liebevoll bebildert mit einer Fülle von Illustrationen; Bildern, Fotos, Zeichnungen. Als Leser erfahren wir, wie es war, mit diesen Boten zu arbeiten und auch, wie es ist, mit ihnen heute, als Yachten, zu segeln. Ein wirklich einmaliges Werk, voller Kenntnis und Sympathie und Begeisterung. Allerdings in englischer Sprache.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Kennen Sie jemanden, der das gern lesen würde? Hier klicken und teilen:

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on pinterest
Share on whatsapp
Share on email

Das interessiert Sie vielleicht auch

Videokritik: Patrick Laine

Foto oben:  Jacob Buller on Unsplash Seit er vor einiger Zeit seine Schiffe gewechselt hat, ist es ruhig geworden um Patrick Laine. Vermutlich hat er noch am neuen Boot zu schrauben und muss sich eingewöhnen, denn der Schritt von einem zu anderen Schiff war kein kleiner: Von einer Bavaria 40

Georges Simenon, der Liveaboard

Am 12. Februar hatte er Geburtstag. Georges Simenon wurde 1903 in Lüttich geboren, bekannt wurde der belgische Schriftsteller vor allem durch seinen Kommissar Maigret, mit dieser Figur schrieb Simenon insgesamt 75 Krimis. Überhaupt war er ein Vielschreiber, neben den Maigret-Büchern verfasste er noch rund 100 weiterer Romane, 150 Erzählungen und

Der romantische Spion, oder: Wie lebt es sich an Bord?

Arthur Ransome war ein englischer Reporter, Journalist und Autor. Und er lebte an Bord, zumindest Lebensabschnittsweise. Außerdem war er Spion. Einige behaupten, er sei sogar ein Doppelagent gewesen, was heute nicht mehr nachprüfbar ist. In den 1920er Jahren war er jedenfalls, offiziell, als Korrespondent der englischen Tageszeitung „The Guardian“, in