Jan von der Bank

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Jan von der Bank wurde 1967 im Saarland geboren. Nach seinem Studienabschluss in Architektur an der Muthesius Kunsthochschule Kiel 1992 arbeitete Jan von der Bank zunächst als freier Architekt, über einen Talentwettbewerb der Bavaria Film für die Fernsehserie „Gegen den Wind“ begann er, Drehbücher zu schreiben. Heute arbeitet er als professioneller Drehbuchautor und schreibt für viele bekannte deutsche Fernsehserien, darunter „Gegen den Wind“, „Küstenwache“, „Stolberg“, „Der Fahnder“, „Tatort“ und „Der Alte“. Dabei sammelte er auch Erfahrungen als Regie-Assistent und als Location-Scout. Nach Angaben auf seiner Internetseite arbeitet er auch an Episoden für die neue ZDF-Fernsehserie „Kripo Holstein – Mord und Meer“, die zunächst unter dem Arbeitstitel „Die Ostsee-Cops“ bekannt wurde.

Sein erster Roman, der Segel-Spionage-Thriller „Die Farbe der See“, erschien 2010 (zur Literaturboot-Rezension). Die Handlung spielt im Spätsommer 1939 zur Zeit des Kriegsbeginns; Ausgangspunkt der Handlung ist die Weltmeisterschaft der olympischen Segelklasse Starboot, die 1939 tatsächlich in Kiel ausgetragen wurde. Die erste Auflage des Buchs war bereits nach drei Wochen vergriffen. „Die Farbe der See“ erschien Anfang 2011 in vierter Auflage.

Sein zweiter Roman, auch ein maritimer Thriller, trägt den Titel „Hundewache“ (erschienen 2011 – zur Literaturboot-Rezension). Die Handlung spielt an Bord der „Gorch Fock“ und so erhielt Jan von der Bank einige mediale Aufmerksamkeit durch die Kontroverse um die Ereignisse rund um die Fahrt der „Gorch Fock“ im Herbst/Winter 2010. Unausgesprochenen, möglichen Vorwürfen der Vorteilnahme durch den Zusammenfall von Buchveröffentlichung und öffentlicher Gorch-Fock-Debatte begegnete von der Bank im Vorwort:

„Dieses Buch ist ein Thriller und rein fiktiv! Seine Story […] hat nichts […] mit den tödlichen Unglücksfällen der jüngeren Vergangenheit und der darauf folgenden Berichterstattung in den Medien zu tun. Als ich im Frühjahr 2010 begonnen hatte, an dieser Geschichte zu arbeiten, war das Segelschulschiff […] noch nicht zu seiner derzeitigen Reise ausgelaufen; als im Januar und Februar 2011 die tragischen Ereignisse des vorangegangenen Novembers für höchst kontroverse Diskussionen in den Medien sorgten, hatte ich das fertige Manuskript bereits beim Verlag abgegeben.“ Dennoch wurde in diesem Zusammenhang der Titel kurzfristig von „Leichenfänger“ auf „Hundewache“ geändert.

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Jan von der Bank ist der wohl erfolgreichste deutsche Segler im Contender. In dieser Einhand-Trapezjolle wurde er 2005 in Travemünde Weltmeister, 2007 gewann er in Medemblik die Bronze-Medaille. Mit drei Siegen bei Deutschen Meisterschaften ist von der Bank zudem (geteilter) Deutscher Rekordmeister. Außerdem segelte er zwei Mal mit seiner Familie für mehrere Monate auf dem Mittelmeer. Als Grundwehrdienstleistender auf der „Gorch Fock“ segelte von der Bank 1987 über den Atlantik.

Fotos: Nils Bergmann / Michael Amme / Privat

 

Unsere Fragen an Jan von der Bank:

 

Wo lebst du?

In Eutin, auf halber Strecke zwischen Kiel und Lübeck.

Weit weg vom Meer, vom Wasser?

Ja, leider. Nachdem ich 20 Jahre in Kiel gelebt habe ist das natürlich in gewisser Weise ein Abstieg. Aber wir sind ja zum Glück in zwanzig Minuten in Haffkrug am Strand. Außerdem haben wir die Holsteinische Seenplatte direkt vor der Haustür. Auf den Eutiner See zum Beispiel kann ich vom Balkon aus drauf sehen. Und auch da glitzert die Sonne auf den Wellen.

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Geht es auch ohne Wasser?

Nein, nie! Ohne Wasser leben, also irgendwo im Binnenland, das könnte ich definitiv nicht mehr. Ich bin ja im tiefsten Binnenland in Mainz zur Schule gegangen. Aber sobald ich das Abi in der Tasche hatte, bin ich an die Küste geflohen. Erst zur Marine, dann zum Studium in Kiel. Dabei war mir zunächst mal gar nicht so wichtig, was ich da studiere, irgendwas Kreatives … Hauptsache war nur, dass ich da segeln gehen konnte.

Woher kommt diese Liebe zum Wasser?

Die hat mir wohl mein Vater eingeimpft, noch bevor ich laufen konnte. Er war ja eine Zeit lang Offizier bei der Marine, und hat immer diese Geschichten von großen Schiffen und von fernen Ländern erzählt. Ganz klassische Seefahrtsromantik also, wie in den Entdecker- und Bolitho-Romanen, die im Regal standen. Die Karl-May-Bücher, die direkt daneben standen, haben mich da schon nicht mehr interessiert.

Und die Segelei kam dann zwangsläufig dazu?

Sozusagen. Wir hatten einen alten Kielzugvogel auf der Mosel. Nicht gerade das tollste Segelrevier, aber für uns als Kinder war der Segelclub in Konz bei Trier einfach der Nabel der Welt. Das mit der Regattasegelei ging dann erst etwas später bei mir los.

Wie bist du von der Architektur zum Schreiben gekommen?

Ach, das war nur ein ganz kleiner Schritt. Als Architekt „sieht“ man ja Gebäude vor sich, die noch nicht gebaut sind. Als Autor visualisiert man eben die Bilder einer Geschichte oder eines Films. Ob man sie dann nachzeichnet und in einen Plan mit Grundriss setzt, oder ob man in einem Text die Bilder mit Worten malt, macht dann ja kaum noch einen Unterschied.

Drehbuch oder Roman, was schreibst Du lieber?

Die Drehbuchschreiberei ist mein tägliches Brot. Davon muss ich meine Familie ernähren. Insofern ist da ein gewisser Zwang. Man muss Aufträge akquirieren, Verträge und Termine einhalten und massenkompatible Stoffe abliefern.

Die Romanschreiberei ist dagegen eher ein schönes, wenn auch sehr zeitaufwändiges Hobby. Finanziell kann man das getrost vergessen, aber dafür kann die eben auch die Geschichten erzählen, die mich wirklich interessieren. Also welche, die mit der See und dem Segeln zu tun haben. Beides Themenbereiche, die in der deutschen Film- und Fernsehlandschaft leider schlecht bis gar nicht verkäuflich sind.

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Wie sieht Dein typischer Arbeitstag aus?

In Sachen Drehbuch bin ich da zwangsläufig sehr strukturiert, vor allem wenn es knappe Zeitvorgaben von den Produzenten gibt. Ich fange morgens um 8 an, wenn meine Frau und die Kinder aus dem Haus sind, und arbeite, bis alle Nachmittags wieder eintrudeln. Wenn ich Termindruck habe, was für meinen Geschmack leider zu oft vorkommt, gehe ich auch abends noch mal bei, wenn die Kinder im Bett sind. „Hundewache“ zum Beispiel habe ich tatsächlich auf weite Strecken nachts geschrieben, eben genau im Wachtörn von Mitternacht bis vier Uhr früh.

Was würdest Du gerne noch schreiben? Können wir weitere maritime Romane erwarten? 

Auf jeden Fall! Ich habe da mehrere Ideen, die mich brennend beschäftigen und für die ich auch bereits zu recherchieren angefangen habe. Eine Sache zum Beispiel wäre ein Buch rund um die erste Germania, also die seglerische Konkurrenz zwischen Krupp und Kaiser, und die Kausalität, die zum Ausbruch des ersten Weltkrieges geführt hat.

Also wieder eher ein historischer Stoff?

Ja, das scheint mir mehr zu liegen … Obwohl ich die Gorch-Fock-Story auch sehr gern mag und natürlich auch gerne Krimis schreibe. Das Hauptproblem ist eher, die Zeit für einen Roman aufzubringen. Im Moment halten mich meine Fernsehproduzenten fest in ihren Klauen und wollen einfach nicht locker lassen.

Bleibt denn da überhaupt noch Zeit zum Segeln?

Das ist ein absolutes Muss! Ohne Segelei würde ich eingehen wie ein Fisch auf dem trocknen. Ich bin zwar an dem Punkt, an dem ich meine Regattasegelei im Contender etwas herunterfahren muss, aber wir haben ja noch ein Dickschiff in der Türkei, das wir verchartern, aber natürlich auch regelmäßig für den Familienurlaub nutzen. Und für die Segelei auf der Ostsee bin ich neuerdings auch Miteigner eines traumhaft schönen, 74 Jahre alten Holzjollenkreuzers. Damit kann ich dann in der Schlei oder in der dänischen Südsee ankern, unter Deck ein Öllämpchen anzünden und einen Sherry schlürfen. Das sollte meiner Muse in Punkto Segelroman eigentlich auf die Sprünge helfen…Bücher portofrei bestellen!
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