Bild oben: Gemälde von Gary Cain, aus seiner Serie „Pacific Landscapes“
Gary Cain ist Segler und Maler. Seine beeindruckenden Bilder sind immer wieder Thema verschiedener Ausstellungen, dauerhaft zu sehen sind sie in der Galerie V58 in Aarhus. Vor allem aber zieht es ihn immer wieder auf lange Segelreisen, gerade kam er von seiner dritten Weltumsegelung nach Aarhus zurück wo ich ihn, in meinem Winterquartier, traf. Wir sprachen über seine jüngste Weltumsegelung und darüber, wie sich vor allem das Segeln im Pazifik über die letzten 20 Jahre verändert hat.
Mit einer Yacht durch den engen Pass eines abgelegenen Korallenatolls zu segeln, ist ganz offenbar nichts für schwache Nerven. „Geblendet von der tropischen Sonne, mit dem Lärm der Meeresbrandung auf dem Riff und mit Strömungen und Strudeln, die das Boot aus dem Kurs reißen – in nur einem Augenblick könnte alles verloren sein“, sagt Gary Cain. Es sei Abenteuer pur, Angst und Adrenalin, in einer Umgebung von größter natürlicher Schönheit. Was könnte die Fantasie eines Künstlers besser beflügeln? „Pazifische Landschaften“ ist das früheste und vielleicht immer noch stärkste Thema in den Werken des Malers und mehrfachen Weltumseglers, der ursprünglich von der Isle of Man stammt. Während seiner ersten Segelreise hatte er sich irgendwo unterwegs in eine Dänin verliebt, sie segelte mit ihm den weiten Weg bis nach Dänemark und wurde Mutter seines ersten Sohnes.

Gary, mit seinem Schiff „Manxman“ im Hintergrund
Das ist viele Jahre her, seither lebt Gary in Aarhus, wo ich ihn vor kurzem wieder getroffen habe. Auf seiner zweiten Weltumsegelung lernte er eine andere Dänin kennen. Sie richteten sich ein schönes, altes Haus auf dem Lande her, bekamen zwei weitere Söhne, aber auch das war nicht von Dauer. Gary lebt nun mit seinen Söhnen und Irene, der Liebe seines Lebens wie er sagt, zusammen. „Wir haben alle ein gutes Verhältnis zueinander, wir stehen uns alle nahe. Zum Glück hat sich alles zum Guten gewendet!“
Nun, nach seiner dritten Weltumsegelung, sortiert er seine Eindrücke – vor allem auch im Vergleich zu seinen früheren Reisen. Von sehr viel Plastik und sehr wenig Leben im Meer berichtet er, von Menschen, die auf sehr großen, sehr teuren und sehr luxuriösen Yachten unterwegs sind und die in den „exotischen“ Häfen und Ankerplätzen oft sehr armer Länder oder Gesellschaften einen schlechten Eindruck aus Arroganz und Ignoranz hinterlassen. Dennoch, findet er, kann und soll man immer noch los segeln. Man müsse sich nur noch stärker als ohnehin schon von den üblichen Routen und ausgetretenen Pfaden fernhalten: „Der Pazifik ist ein riesiger Ozean und dort ist bei weitem nicht alles verdorben“, sagt Gary. „Du musst schon etwas weiter ausweichen und entferntere Inseln und Atolle ansteuern und vor allem auch solche, die als „schwierig“ gelten, um etwas Ursprüngliches zu finden.“ Also in Regionen segeln, wo der Wind nicht immer optimal weht, wo man nicht überall einkaufen kann und vor allem, wo die Riffdurchfahrten schwieriger oder die Ankerplätze nicht ganz so geschützt sind.
Orca Alley
Schon auf der Ausreise musste er seine Route an neue Gegebenheiten anpassen. „Wir sind, aus dem Ärmelkanal kommend, gleich bis zu den Azoren gesegelt und erst von dort nach Süden zu den Kanaren“, berichtet er. Warum? „Orca-Alley! Ich hatte keine Lust, von Killerwalen angegriffen zu werden. Von La Gomera sind wir rüber in die Karibik, zu den BVI Inseln. Das war mit Irene und meinem jüngeren Sohn, wir hatten eine wunderbare Zeit. Dann habe ich Crew an Bord genommen für die Tour bis nach Panama. Das war eine sehr gemischte Erfahrung, in Panama habe ich mich von diesen Mitseglern wieder getrennt.“
Alleine über den Pazifik
„Dort beschloss ich dann, erstmal alleine zu segeln. Also hinaus in den Pazifik, ich brauchte etwas über einen Monat bis zu den Marquesas. Das war gut, ich kam in meinen eigenen Rhythmus, von da segelte ich alleine weiter durch Französisch-Polynesien bis zu den Tuamotus. Dort kamen mein Sohn und seine Mutter an Bord und wir segelten in Französisch-Polynesien umher und hatten eine sehr schöne Zeit.“ Weiter ging es über Suwarow und Tonga nach Neuseeland. „Bis dahin waren Wind und Wetter im Großen und Ganzen OK gewesen“, sagt Gary, „aber auf dem Weg nach Neuseeland bekamen wir ordentlich was auf die Mütze.“
Malen in Neuseeland
Sechs Monate blieb er in Neuseeland. „Eigentlich wollte ich ja schon im Pazifik wieder malen, aber an Bord geht das nicht gut. Ich brauche viel Platz zum Malen, ich nutze große Leinwände und viel Farbe und arbeite explosiv mit viel Bewegung. Aber in Neuseeland konnte ich ein kleines Studio mieten und dort einige Leinwände fertig machen. Das war…









