„Nice Boating“ und HVO Diesel: Es regt sich etwas beim Thema Nachhaltig auf dem Wasser.
Kürzlich fand in Nizza die erste Bootsmesse statt, die sich ganz dem nachhaltigen Wassersport widmet. „NICE BOATING TOMORROW ist eine klare Antwort auf einen wachsenden Bedarf, eine starke Marktnachfrage und eine branchenweite Priorität, um die Bootsbranche in eine entschieden umweltbewusste Zukunft zu führen“, heißt es in einer Pressemitteilung der Messe. In der Marina der Altstadt von Nizza präsentierten sich 81 Aussteller aus Frankreich, Finnland, Kroatien, Deutschland, Spanien, dem Vereinigten Königreich, Italien, der Türkei, Portugal und Monaco, sowie rund 30 Boote im Wasser.

Etwas irritierend in diesem Zusammenhang war, dass gleich neben der Nachhaltigkeits-Messe eine Superyacht festgemacht hatte – nicht gerade ein Symbol für den schonenden Umgang mit Energie und Ressourcen (mehr dazu in diesem bemerkenswerten Buch). Und dass sich unter den „umweltfreundlichen“ Exponaten auch ein Jetski befand. Immerhin elektrisch betrieben, dennoch ist auch dies kein wirklich überzeugendes Beispiel für umweltbewusstes Verhalten auf dem Wasser…

Doch Nörgelei beiseite, es ist doch wirklich positiv, dass es überhaupt eine solche Messe gibt, die sich ausschließlich mit „grünem“ Wassersport befasst. Wobei – ist es nicht schon an sich nachhaltig, wenn wir segeln? Ausschließlich mit Windenergie vorankommen? Nur motoren sollte man dabei möglichst nicht zu viel.
HVO Diesel
In einem Newsletter der Messe Metstrade in Amsterdam schreibt Kim Hollamby über HVO Treibstoff und dessen Verwendung auf Superyachten. Gemessen an den gigantischen Mengen an Diesel, die hier verbrannt werden, ein durchaus relevantes Thema. Aber auch wir KleinbootfahrerInnen sollten wenigstens HVO tanken, wenn wir uns schon keinen neuen E-Antrieb leisten können. Ist zwar etwas teurer als herkömmlicher Diesel, aber besser für die Umwelt – und den eigenen Motor. Und bei den derzeitigen Dieselpreisen (März 2026) kommt es auf diese paar Cent mehr nun wirklich auch nicht mehr an.
Hier also Auszüge aus dem Metstrade Newsletter:
In der Forschung wurde HVO als die derzeit wirksamste Einzelmaßnahme zur Reduzierung der Emissionen in der Freizeit-Schifffahrtsbranche identifiziert. Doch was verhindert eine breite Einführung in einer Branche, die als Vorreiter für neue Technologien gilt? Hier präsentieren wir Ihnen eine Zusammenfassung einiger Punkte aus der Podiumsdiskussion „The Next Step for HVO: Breaking Down the Barriers to Adoption“, die im Rahmen der letztjährigen Ausgabe des Superyacht Forums stattfand.

Die Moderatorin der Sitzung, Hanna Dabrowska, Technische Direktorin der Water Revolution Foundation, zeichnete ein düsteres Bild davon, warum die Superyacht-Branche die durch Verbrennungsmotoren verursachten Emissionen angehen muss. Forschungen zufolge führen 1.500 Betriebsstunden einer Superyacht mit Dieselkraftstoff zu einer CO₂-Emission von 1.205.380 kg – das entspricht den jährlichen Emissionen von 903 Autos. Glücklicherweise gibt es eine sehr praktische Lösung, um diese Umweltbelastung erheblich zu reduzieren.
Hydriertes Pflanzenöl – allgemein bekannt als HVO – bietet im Vergleich zu fossilem Diesel eine Reduzierung der „Well-to-Wake“-Emissionen um bis zu 90 %. Das bei der Verbrennung von HVO entstehende CO₂ ist biogenen Ursprungs und wird im Kohlenstoffkreislauf wieder aufgenommen, im Gegensatz zu Diesel, der der At…









