Im Januar trennt sich die Spreu … kalt ist es, das Wasser im Hafen von Aarhus ist zugefroren. Meine Dieselheizung läuft ohne Pause durch und abends wird sie von meinem kleinen Bord-Kaminofen unterstützt, dann wird es aber auch gleich gemütlich. Aber warum rennen hier immer wieder bärtige Kerle in kurzen Hosen und/oder T-Shirts herum, bei Temperaturen jenseits des Gefrierpunktes? Und feiern dann auch noch fröhlich in der zugegeben sehr coolen Außensauna direkt auf der Pier, mit Bier in der Hand im dampfenden Whirlpool unter freiem, frostklirrenden Himmel? Holz für meinen Bordofen wollte ich neulich besorgen, gefühlt gibt es hier nur halbe Baumstämme für offenbar riesige Kamine, natürlich viel zu groß für meinen zierlichen Ofen. Gibt es hier kein Kleinholz, so zum Anfachen des Feuers? „Das hacken wir uns schon selber klein“, sagt Gary und demonstriert es auch gleich, indem er mir mit deftigen Schlägen seiner Streitaxt eine Ladung Kleinholz zubereitet. Ja, Streitaxt, das ist das Stichwort, die taucht sogar bei den Ampelmännchen an den Kreuzungen auf. Ich bin hier tatsächlich mitten unter die Wikinger geraten, glücklicherweise sehr freundliche Wikinger. Dennoch, Winter an Bord in Aarhus, das ist schon auch ein kleines, feines Abenteuer…