Das Eis brechen

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Er hat keine Ahnung von Booten, aber das spielt hier mal keine Rolle, denn dafür hat er ja seine Leute – zwei bretonische Profiseebären und einen Maler, der offenbar auch schon viele tausend Seemeilen, die meisten davon alleine, im Kielwasser hat. Julien, unser Erzähler, hat dafür etwas viel wichtigeres: Einen guten, trocknen, manchmal auch flapsigen Humor und eine feine Beobachtungsgabe. Auf einer Yacht schippern die vier an der Küste Grönlands entlang, im Slalom zwischen den frisch geschlüpften Eisbergen und lernen dabei viel von Land und Leuten kennen. In einem Land mit teils skurrilen Traditionen und eigenwilligen, wenn auch meist gastfreundlichen Bewohnern, welches sich dank des unübersehbaren Klimawandels eben auch sonst, gezwungenermaßen, im Wandel befindet. Spannend ist es, davon zu lesen, wie die Grönländer und zugereist dort lebenden damit fertig werden oder auch nicht. Unterhaltsam ist es allemal, dank des frischen Stils des Autors. Und, das soll hier auch nicht unerwähnt bleiben, der wirklich sehr gelungenen Übersetzung von Annika Klapper, die auch den leisen Humor gut rübergebracht hat in die deutsche Sprache und die noch nicht einmal in irgendwelche nautischen Wortfallen tappt. Ein wirkliches Lesevergnügen, bei dem mich wirklich nur eines gestört hat: Dass das Buch ziemlich schmal ist. Ich hätte gerne noch mehr davon gehabt. Sehr empfehlenswert!

 

Julien Blanc-Gras, Das Eis brechen. mare Verlag, ISBN 978-3-86648-605-8.

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