Game Over

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Dieses Krimidebut ist eine interessante Geschichte, die aber leider nicht gut konstruiert ist und recht unbeholfen erzählt wird. Das ist schade, denn der Plot an sich ist gut und hätte es verdient, besser umgesetzt worden zu sein. Ganz auffällig und sehr ermüdend für die Leser ist ein klassischer Anfängerfehler: Seitenlang wird erklärt, monologisiert, statt einfach gezeigt: Show, don’t tell ist aber nach wie vor der Grundsatz jeder flott erzählten Geschichte. Jede Szene sollte die Handlung vorantreiben, jede Person die auftaucht sollte das gleiche tun – hier allerdings wimmelt es von Beschreibungen und es gibt auch Personen, die, zumindest so wie sie hier eingeführt werden, schlicht überflüssig sind. Ja, es gibt originelle Charaktere, zum Beispiel die beiden Schwulen, die auf einer Hallberg Rassy im Hafen leben den sie nicht verlassen können, weil der Mast ihres Bootes zu hoch ist – das hat schon Potenzial. Aber hier werden sie nicht in die Story eingebaut, sondern anscheinend nur um ihrer selbst willen erwähnt.

So war für mich das Buch auch schon fast auf Seite 70 beendet. Der Fall schien klar, auch die Wendungen in dieser Geschichte kommen nicht überraschend, sondern eher langsam und durch besagte Erklärungen angekündigt, also vorhersehbar, daher. Aber man soll ja nicht immer vorschnell aufgeben, also las ich weiter. Es gab dann doch besagte Wendungen und auch einige Seiten die sich ganz Spannend lasen – doch viele andere Passagen und Seiten habe ich auch einfach überblättert weil sie, ich muss mich hier leider wiederholen, für den Fortgang der Story überflüssig waren.

Das nächste Mal war das Buch für mich dann auf Seite 278 oder 279 zu Ende. Die Auflösung des Falls: wieder einmal erklärend erzählt. Alles, was dann noch kommen konnte, schien für die Story völlig unerheblich – das sind aber immerhin noch einmal so um die 30, 32 Seiten. Irgendetwas passiert da noch, klar, aber ganz ehrlich: Das habe ich wirklich nicht mehr gelesen. Ein furioses Finale sieht anders aus.

Wie eingangs gesagt, das ist insgesamt schade, denn vom Plot her hat das Buch einen nicht uninteressanten Ansatz. Das hätte wirklich knackig und sehr spannend sein können und dabei auch noch so einige Einsichten in uns unbekannte Welten der Industriespionage oder Computerhacker geben können – wenn diese Einsichten nicht in langatmigen Erklärungen daher kommen würden, sondern wenn sie in die Handlung eingebaut worden wären. Und eine zentrale Frage, die sich die ermittelnden Polizisten auch immer mal wieder stellen, bleibt am Ende unbeantwortet. Nämlich: Warum ist der Mann auf seinem Segelboot umgebracht worden? Warum hat er seinen Mörder mit an Bord genommen?

Das Buch ist erschienen bei swb media publishing und kann dort bezogen werden.

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Game Over - Literaturboot - Abenteuer & Fernweh, Romane & Literatur

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