Von Quingdao nach New York

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Dies ist eine Empfehlung, die auszusprechen, oder aufzuschreiben, mir leider etwas schwer fällt. Nicht, weil mir das Buch oder der Autor nicht gefallen würden, das Gegenteil ist der Fall. Hans-Harald Schack ist einer meiner langen Wegbegleiter, ein Kollege und Freund den ich sehr schätze und das, was er schreibt, auch. Aber, Mensch Harry, warum muss es denn unbedingt bei Amazon erscheinen? Dieser möchtegern oder auch schon (fast) Monopolist, der am liebsten unsere Buchpreisbindung unterlaufen und abschaffen, damit unsere literarische Vielfalt abwürgen, unsere kleinen, unabhängigen Nischenverlage abschaffen (oder zumindest im Zuge des eigenen monopolistischen Geschäftsmodells deren Aussterben billigend in Kauf nehmen) und was nicht noch alles böses böses möchte; oder ist es etwa nicht so? Kurz: Es geht hier um unsere Kultur! Nichts weniger! Ha! Und wenn ich schon nichts gegen solche Anwandlungen unternehmen kann, dann möchte ich sie wenigstens nicht auch noch aktiv unterstützen.

Das musste hier noch mal raus. Wenden wir uns dem Buch zu. Entstanden, wie so viele Werke heute, aus einem Blog. Dieser hier ist aber auch sehr lesbar, schon, weil er nicht so häufig erscheint sondern offenbar immer nur dann, wenn HHS auch wirklich etwas zu sagen hat: www.schack-wordshop.de

Nun aber wirklich endlich zum Buch:

Beim letzten Training vor dem Start in Qingdao warnt der erfahrene Doug, der schon seit Rio dabei ist, die Neuankömmlinge an Bord: „In einer Woche werdet ihr so fertig sein, dass ihr euch fragt, was zum Teufel machen wir hier eigentlich.“ Einer der Einsteiger, die bei Dougs Worten nicken, ist Hans-Harald Schack. Er ist Journalist und Segler und zu diesem Zeitpunkt 59 Jahre alt.

Bei einer Reportage über die neue Clipper-Flotte hat es ihn erwischt. An einem eisigen Januartag in London bewarb er sich für das Clipper Round The World Race. Die Veranstalter werben damit, dass Segelerfahrung nicht erforderlich ist, denn alles was an Seemannschaft bei diesem Rennen vonnöten ist, wird den Leuten vorher im Training beigebracht. Das dreiwöchige Training entspricht einer freundlichen Grundausbildung bei der Army. Nicht sehr gemütlich, dafür sehr gründlich. Man muss der Typ für sowas sein, und deshalb bekommt es auch nicht jeder, der sich bewirbt, einen Platz.

Ein Jahr später geht der Autor in Qingdao an Bord, und ihm bekommt die raue Segelei von Anfang an gut. in den folgenden drei Monaten, in denen die Clipper-Flotte von China über den stürmischen und kalten Nordpazifik nach San Francisco und weiter über Panama nach New York segelt, schreibt er einen Blog. Wenn man nass und müde ist und in spätestens drei Stunden zur nächsten Wache geweckt wird, dann hat Schreiben etwas Masochistisches. Aber der Journalist auf Freiwache ist guter Dinge und genießt die Abwesenheit von Luxus und fühlt sich auf See so munter wie selten an Land. Und er ist begeistert von seinen Mitseglern, von Greg und Gordon und Lindsey und Tobi, einem deutschen Piloten. Skipperin Vicky ist die einzige Frau in der zwölfköpfigen Skipper-Riege.

Ein Jahr nach der Reise hat er die Beiträge des Blogs um Anmerkungen ergänzt und als E-Book veröffentlicht. So blieben der Blog – von ein paar Tippfehlern befreit – erhalten, und wo sachliche Korrekturen oder Ergänzungen erforderlich waren, wurden sie an die Blogtexte angehängt. Als auf einem anderen Boot ein Crewmitglied über Bord geht, erfahren „Harry“ und seine Blog-Leser zunächst ja nicht, was genau passiert ist, sondern nur, dass der Mann wunderbarerweise nach 90 Minuten gerettet wurde.

Am Clipper Round The World Race nehmen alle zwei Jahre rund 700 Amateure aus 40 Nationen und aus allen denkbaren Berufen teil. Es ist eine Mount-Everest-Besteigung für Segler. Englands Segler-Legende Sir Robin Knox-Johnston hat das Rennen vor zwanzig Jahren ins Leben gerufen. Jeder erlebt es anders, jeder macht sein eigenes Abenteuer daraus. Hans-Harald Schack hat seine Zeit „unter Briten“ (wie er es auf seiner Website schreibt) ganz offensichtlich genossen – und sich und seine Mitsegler dabei genau beobachtet.

Hans-Harald Schack:

Von Qingdao nach New York – 12 000 Meilen im Clipper Round The World Race

Hier bei Amazon bestellen

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