Im Fahrwasser der Macht

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An den wunderschönen Schauplätzen Sardinien, Korsika und Giglio, auch ein bisschen Rom kommt vor, entwickelt sich eine Geschichte, in der sich menschliche und politische Abgründe auftun, schaurige und gar keine schönen Abgründe. Inspiriert, wie die Autorin sagt, durch einen „Spiegel“-Bericht über Berlusconi – na, dann kann es ja toll werden, denkt man sich, und das wird es dann auch. Spannend ist es, ja, und actionreich auch. Viel vom Geschehen spielt sich auf dem Wasser und an Bord von Booten ab, da zumindest zwei der Hauptfiguren dauerhaft an Bord leben. Das ist ja schon mal sehr schön, dennoch wirkt dieser Thriller relativ einfach gestrickt, wirkliche Nebenstränge, Verwicklungen und tatsächlich überraschende Wendungen gibt es eher nicht. Was es dafür gibt und was, ja, zum Genre passt aber überhaupt nicht meinen Lesegeschmack trifft, ist eine zuweilen wirklich unappetitliche Brutalität, die letztlich überflüssig ist: Spannung, auch Bedrohung, kann man auch subtiler aufbauen. Die Figuren sind obendrein ziemlich schwarz-weiß gezeichnet; die brutalen Bösen auf der einen und die edlen Helden auf der anderen Seite. Dabei hätten es durchaus spannende Figuren sein können von ihren Vorgeschichten und Lebensumständen her; auch ist das Thema an sich brisant und tja, vermutlich, aktuell – aber beide, Figuren und Thema hätten, wie ich finde, eine bessere Behandlung verdient gehabt. Vielschichtiger, subtiler, interessanter.

Zudem stellen sich mir dann doch auch noch Fragen zum Plot. Warum wird am Anfang der Gegenkandidat so theatralisch verbrannt und nicht „einfach“ nur umgebracht oder diskreditiert? Warum wird das Boot von Sergio in die Luft gesprengt, wo die Bösen ihn doch eher entführen würden um an seine Infos zu kommen? Und am Ende, als sich alles aufgelöst hat – ziemlich deus-ex-machina-mäßig, aber wodurch genau will ich hier nun doch nicht verraten – arbeitet Sergio plötzlich wieder als Journalist, aber redet nicht mit seinen Freunden, die ihn unter größter Lebensgefahr gerettet haben und die so fröhlich und unbeschwert plaudern beim Empfang; wobei Sergio, nach all seinen erlittenen Misshandlungen, doch sowieso eher ein menschliches Wrack ist, sowohl körperlich als auch seelisch?

Trotzdem, bei aller Kritik, ein spannendes Thriller-Debut. Weitere Bücher sind bereits in Arbeit, hat die Autorin verraten, auch die Hauptfigur, der Meeresbiologe Alexander, taucht noch einmal in der nächsten Geschichte auf. Darauf bin ich gespannt, auf das, was noch kommt und wie es sich entwickelt.

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Im Fahrwasser der Macht - Literaturboot - Romane & Literatur

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