Ein sympathisches Segelschulschiff und gelungenes Sponsoring beim Volvo Ocean Race

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Dies ist das netteste Segelschulschiff welches ich bisher erlebt habe. Gut, ich bin in Sachen Marine und Schulschiffe wahrlich kein Experte, aber hier an Bord war die Grundstimmung einfach großartig. König Carl Gustav sei Dank – denn nur seiner Fürsprache ist es zu verdanken, dass der handige und hübsche Schoner Falken, 1946 gebaut und knapp 40 Meter lang, heute noch als Schulschiff der schwedischen Marine segelt. Und dass wir daher von eben diesem Schiff aus, an diesem Tag als Presseboot eingesetzt, das finale In-Port-Race des Volvo Ocean Race 2014-15 in Göteborg erleben konnten. Karl Gustav hatte einst als einer der Trainees eine Segelausbildung auf der Falken erlebt und erkannt, wie wichtig solche Schiffe gerade in der heutigen Zeit sind: Seemannschaft, Zusammenhalt und vieles mehr wird hier vermittelt.

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Gesegelt wird der Schoner von einer Stammcrew von 12 Personen, hinzu kommen die Trainees – junge Leute aus Schweden, mindestens 16 Jahre alt, nicht nur Angehörige oder Aspiranten der Marine, sondern aus allen Lebenslagen, sozusagen. Und woher nun der gute, fast schon freundschaftliche Umgangston an Bord? „Wir brauchen die Trainees um das Schiff zu segeln“, sagte mir der 1. Offizier. „Also sind wir nett zu ihnen…“ Was sicherlich nur, wenn überhaupt, die halbe Wahrheit ist. Eine, sagen wir: demokratische Gelassenheit in der Bordhierarchie war deutlich und sehr angenehm zu spüren. Und, ach ja, ein guter Koch ist, wie in diesem Fall, sicher auch wichtig für das allgemeine Wohlbefinden an Bord. Traditionen werden dennoch gepflegt. Die Begrüßung der schwedischen Kronprinzessin Victoria etwa, Tochter von Carl Gustav, die an diesem Tag als Gast an Bord von „Team SCA“ segelte, fiel natürlich standesgemäß aus. Die komplette Besatzung an Deck angetreten, auch in den Rahen und Webeleinen, selbst wir Gäste an Bord von der internationalen Presse wurden, gut gelaunt, in einer Reihe aufgestellt – als wir das rosarote Frauenschiff „SCA“ passierten, gab es Bootsmannspfeifen, Salut, fröhliches Winken zu der aufgeregt an Deck des Volvo Ocean Racers herum hüpfenden Kronprinzessin.

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Übrigens hat Victoria den Frauen vom „Team SCA“ an diesem Tag offenbar Glück gebracht. Nach einem verpatzten Start segelten sie sich bei leichtem und launischen Wind auf den zweiten Platz nach vorne – hinter dem Tagessieger, „Team Brunel“ mit Skipper Bouwe Bekking. Cool und ruhig wie immer fuhr er sein Schiff nach ganz vorne, hätte um ein Haar noch die Gesamtwertung der In-Port-Serie gewonnen – wenn nicht kurz vor dem Ziel „Vestas“ noch von „Abu Dhabi Ocean Racing“ überholt worden wäre. Dumm gelaufen für Bouwe und seine Jungs, Glück für Ian Walker.

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Noch eine Erkenntnis dieses Tages: Sponsoring funktioniert. Das ist natürlich nichts Neues, aber dass man, wie ich, abends im Restaurant an der schönen Wasserfront von Göteborg und in Gedanken noch ganz beim Volvo Ocean Race zum Dessert eine „Crème Brunel“ bestellt – statt der üblichen Crème Brulée – spricht schon Bände… !

Das war es also, das bisher beste Volvo Ocean Race! 

 

 

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