Das weiße Archipel

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Diese Inseln sind nichts für jeden. Das Buch auch nicht. Aber das macht beide, Inseln wie Buch, so attraktiv. Nicht einfach, man muss sich einlassen und eintauchen, Zeit finden und, auch das Lesen, auf ein ruhiges Inseltempo herunter schalten. Nur wenn man sich mit dieser Lektüre eingehend beschäftigt, taucht man ein in diese karge und faszinierende Welt. Der oberflächliche Betrachter, und Leser, sie bleiben draußen, außen vor.

Die Inseln, das sind Les Glénans, vor der Küste der südlichen Bretagne gelegen, unter Seglern hauptsächlich bekannt wegen der berühmten Segelschule dort wo die abenteuerlichen Laufbahnen vieler moderner französischer Seehelden, Profi-Hochseesegler, begonnen haben. Das allerdings kommt hier nicht vor, es kommt überhaupt nur sehr wenig vor in diesem Buch. Aber was soll auch schon passieren, hier draußen auf diesen kleinen Inselchen im Atlantik. Das Meer rauscht, die Gezeiten schwappen hin und her, Möwen kreischen. Viel mehr ist da nicht.

Wozu also ein Buch darüber schreiben, wenn auch nur ein dünnes wie dieses? Lest es. Der Protagonist kommt nach vielen Jahren auf die Inseln zurück, quartiert sich in einem alten Fort ein, lebt dort zurückgezogen in sich und hängt seinen Gedanken nach, die freilich auch nicht sehr weit führen. So lässt er sich treiben, erfährt das Leben hier, beschreibt die wenigen Bekanntschaften, die er hier macht – Schüler und Touristen, die kommen und gehen, beachtet er, wenn überhaupt, nur aus der emotionalen Ferne. Handlung? Fehlanzeige. Sprache? Sehr lesbar. Melancholisch und existentiell und am Ende dann doch mit einer Szene, die eine Art Höhepunkt, eine Art Handlung beinhaltet – aber natürlich noch mehr. Das Meiste, wie in allen guten Büchern, bleibt unausgesprochen und findet sich zwischen den Zeilen. Ein ungewöhnliches und bemerkenswertes Buch, das in dem, der dafür empfänglich ist, lange nachwirken wird.

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