Transat Jacques Vabre – Transatlantikrennen startet mit Verspätung

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Diese Regatta findet seit 1993 alle zwei Jahre statt. Die Teilnehmerliste in diesem Jahr, dem 20. Jubiläumsjahr, liest sich wie ein „Who is Who“ der internationalen Profi-Hochseeszene. Das Transat Jacques Vabre ist ein tolles und vor allem ernst zu nehmendes Rennen (im Gegensatz zu den vielen Nebenbeschäftigungen zwischen den großen Rennen und etlichen Rekordversuchen auf obskuren Strecken). Die Crème der internationalen Profiszene ist hier in vier Klassen am Start. Und heute, am Donnerstag, ging es um 13 Uhr endlich los.

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Eigentlich hätte der Start schon am 3. November sein sollen, doch Wetterbedingt hatte die Rennleitung den Start mehrmals verschoben, während sozusagen ein Orkantief nach dem nächsten vom Atlantik herein zog – obwohl kontrovers diskutiert doch eine weise Entscheidung, denn die ruppigste Strecke bei Sturm gegenan sind nun einmal der Englische Kanal und die Biskaya. Dass sich dort, bei turbulentem Seegang in harten Gezeitenströmen, im Schiffsverkehr und Küstennähe möglicherweise schon viele der Teilnehmer zerlegen würden, war natürlich weder im Interesse der Veranstalter, noch der Segler. Einmal gestartet und draußen auf dem Atlantik, kann mehr oder weniger kommen was will – dort sind die Bedingungen wesentlich günstiger als in den gefährlichen Gewässern am westlichen Rand Europas. Dann ist es vor allem eine echte Hochseeregatta, wo die Skipper im Sturm selbst entscheiden müssen: Weiter segeln oder beidrehen, kämpfen oder ablaufen… doch schon vom Start weg die Segler in grenzwertige Bedingungen zu schicken, wäre wirklich unklug – und hätte auch gegen alle Regel der gesunden Seemannschaft verstoßen.

Die Szene wird immer noch von den französischen Profis dominiert, aber mit dabei ist auch der deutsche Profisegler Jörg Riechers (Team mare, gesponsert vom mare Verlag), der von uns auf Literaturboot natürlich mit besonderer Verbundenheit begleitet und unterstützt wird. Die Regatta führt in diesem Jahr nonstop von Le Havre in Frankreich nach Itajai in Brasilien.

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Dies ist, anders als die Weltregatta Vendée Globe, ein Zweihandrennen: Auf jedem Boot befinden sich zwei Segler/innen. Der Diskurs darüber, was schwieriger sei – Einhand oder Zweihand – ist ein interessanter, den wir vielleicht einmal an einer anderen Stelle hier auf Literaturboot beleuchten werden. Nur so viel hier: Bei einem Zweihand-Rennen werden die Boote, da ja immer einer der Segler/innen wach sein kann, wesentlich härter und oftmals durchgehend mit nahezu 100 Prozent ihres Potenzials gepusht. Das kann durchaus belastender und anstrengener sein als das Alleinsegeln mit etwas weniger Power.

Dies sind die vier Klassen am Start:

MOD70, die Grand Prix Multihulls mit enorm viel Power.

IMOCA, die Open 60 Boote in denen auch das Vendée Globe gesegelt wird – der Gewinner des letzten Vendée Globe, Francois Gabart, segelt hier gemeinsam mit einem weiteren Superstar, Michel Desjoyeux.

Multi 50, die etwas kleineren aber kaum weniger speltakulären Multihulls.

Class 40; der starken Klasse für „Einsteiger“ und gestandene Profis gleichermaßen, hier segelt auch Jörg Riechers mit seiner „mare“.

Die ersten Teilnehmer werden Anfang Dezember im Ziel in Brasilien erwartet. Es gibt einen LIveticker mit stündlichen Positionsmeldungen, vielen Bildern und Videos auf der Seite des Veranstalters (englisch oder französisch): www.transat-jacques-vabre.com/en. Auch hier auf Literaturboot werden wir über das Rennen berichten.

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