Transat Jacques Vabre: Edmond de Rothschild erstes Schiff im Ziel

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Nach elf Tagen und fünf Stunden auf See segelten Sebastien Josse und Charles Caudrelier auf dem MOD70 Trimaran „Edmond de Rothschild“ als erstes Bot über die Ziellinie des Transat Jacques Vabre. Ihr Rivalen in der MOD70 Klasse, „Oman Air-Musandam“, lag nur 60 Seemeilen hinter ihnen.

Das Französische Duo setzte damit eine Referenzzeit für den neuen, 5450 Seemeilen langen Kurs des Rennens von Le Havre, Frankreich, nach Itajai, Brasilien. Obwohl dies die in der Geschichte des Rennens bisher längste Strecke ist und etwa 1800 Seemeilen weiter als bis zum Zielhafen des letzten Rennens, Salvador de Bahia, so ist diese Zeit doch sehr gut im Vergleich zur Bestzeit auf der Strecke nach Salvador (zehn Tage und 38 Minuten, mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 19,18 Knoten), die 2007 von Franck Cammas und Steve Ravussin 2007 erreicht wurde. Zum Vergleich: „Edmond de Rothschild“ segelte einen Durchschnitt von 22,12 Knoten über eine Gesamtstrecke von 5952 Seemeilen.

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Die MOD70 hatte das Rennen vom Start weg geführt, allerdings gab es in dieser Klasse auch nur zwei Teilnehmer. Ihre Gegner, Sidney Gavignet und Damian Foxall auf „Oman“, kamen nach dem Durchqueren der Kalmenzone dicht an „Rothschild“ heran, konnten aber nicht die Führung übernehmen. Da beide Boote ein sehr ähnliches Potenzial besitzen, so Josse, war es psychologisch besonders wichtig, den Start zu gewinnen: „Ich glaube es war wichtig, schon am Start zu führen. Das ist ein mentaler Vorteil, denn wir wussten dass Sidney und Damian sehr starke, sehr gute Segler sind. Und wir wussten dass sie jeden Vorteil ausnützen würden, der sich ihnen böte.“

Die richtige Balance zu wahren, also dicht genug am Limit zu segeln um zu jeder Zeit schnell genug zu sein, war denn auch die allergrößte Herausforderung. Denn dies geschah im vollen Wissen, dass ein Fehler bei diesen Geschwindigkeiten zu Bruch oder Kenterung führen kann. Josse erwähnte denn auch den langen, harten Trainingswinter und die Tatsache, dass der Stress erst beim Passieren der Ziellinie von ihnen abfiel. „Im Vergleich zum Monohull ist es kompliziert. Dort hast du den Ballast unten am Kiel, wenn du ein Problem hast schaltest du den Autopilot ein und das Boot segelt geradeaus weiter. Im Multihull hat man immer diesen Dauerstress. Es gibt keine fünf Minuten in denen man einfach mal einen Kaffee machen kann. Ich hatte reichlich Tütensuppe und Kaffee mit an Bord gebracht und habe nichts davon benutzen können; es gab einfach niemals die Zeit dazu. Du bist immer an deiner körperlichen und mentalen Grenze. Wenn du merkst dass du beginnst einzuschlafen, dann rufst du den anderen, aber dem geht es ja auch nicht anders. So muss man sich durchschlagen, manchmal bekommt man 20 Minuten Schlaf, manchmal eine ganze Stunde.“

Und weiter: „Es war alles einfach nur anstrengend. Kap Finisterre war schwer, mit grober See. Dann die Pasatwinde, bei 30 Knoten unter dem großen Gennaker ist es schwer, das Boot noch härter zu pushen. In der Biskaya segelten wir am Wind und  nicht so schnell, nur mit zehn bis zwölf Knoten, weil wir auf das Boot Rücksicht nehmen mussten. Dann, gegen Ende des Rennens, haben wir wirklich Gas gegeben, immer im Wissen dass man sich dicht an einer Kenterung bewegt. Auch das ist anstrengend, vor allem wenn man müde ist. Dein Körper hat mit allem zu kämpfen, eine Menge Wasser trifft dich dauernd ins Gesicht.“

Das Rennen für die Teilnehmer in den anderen Klassen ist noch voll im Gange. Bei der IMOCA Open 60 haben Francois Gabart und Michel Desjoyeaux auf „Macif“ gerade einmal einen Vorsprunf von 1,5 Seemeilen vor Voncent Riou und Jean le Cam auf „PRB“. Nach mehr als elf Tagen auf See segeln die beiden in Sichtweite und kommen zuweilen bis auf eine halbe Seemeilen aneinander heran. Zu dieser Zeit waren sie gut 400 Seemeilen von Recife entfernt. Bei der Class 40 haben Rogues und Delahaye auf „GDF Suez“ ihre Führung vor dem mare-Team von Jörg Richers auf 59 Seemeilen ausgebaut. Bei den Multi 50 führt „FenetreA-Cardinal“ mit 26 Seemeilen vor „Actual“.

 

Mehr Infos: www.transat-jacques-vabre.com

Race Tracker: http://tracking.transat-jacques-vabre.com/en/

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