Der Koch ist Kapitän

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Das Buch aus der Büchse – es ist haltbar wie kaum ein anderes. Schon 1978 erschien die Erstausgabe, noch immer wird es verkauft, mittlerweile in der siebten Auflage, dazu wurde es auch schon mal als Taschenbuch verlegt und in etliche andere Sprachen übersetzt: Der Koch ist Kapitän. Wahre Worte, aber reicht das um diesen Evergreen-Status zu erreichen?

Natürlich nicht. Was also ist das Erfolgsgeheimnis? Ganz einfach: Dieses Buch ist authentisch. Geschrieben von zwei lustigen und Abenteuerlustigen Kerlen, die, damals, gerade von einer vieljährigen Segelreise über alle Weltmeere zurück waren. Harald Mertes, einer der beiden, beschreibt es so: „Kochen konnte anfangs keiner von uns beiden. Also sind wir immer dann, wenn es auf einem Ankerplatz auf einem anderen Schiff lecker nach Knoblauch roch, hinüber gerudert und haben uns zum Essen eingeladen.“ Daraus entstand eine Kladde, voller Rezepte und Kochtipps und Ankedoten und Fotos und was auch immer. Die hat er dann auf einer Frankfurter Buchmesse einem Verleger gezeigt, der sofort begeistert war.

In keinem anderen (Koch)buch findet man neben Rezepten noch so viel nützliches und lustiges. Als Mertes und Hollander auf einem alten Holzkutter durch die Welt segelten, gab es noch keine Kühlschränke, kaum Elektrizität an Bord. „Also haben wir nach und nach all die alten und spannenden Tricks gelernt, wie man frische Lebensmittel haltbar machen und mitnehmen kann!“ So weht zwischen den Rezeptzeilen ein herber, verführerischer Seewind; ein Hauch von Salz, Weite und Abenteuer. „Wenn man nachts durch den Pazifik segelt und so ein dumpfes Platschen an Deck hört, dann ist da ein Fisch gelandet und man weiß, dass man morgens ein Frühstück hat – wenn man das Rezept kennt. Roher Fisch mit Limonensaft und bestimmte Gewürze, sehr lecker!“ Wo sonst würde man in solche und andere Dinge eingeweiht, wo sonst könnte man ein Rezept für eine „Fliegende Fische Pizza“ finden?

 

Insgesamt werden rund 200 Rezepte verraten, die alle eins gemeinsam haben: dass die ohne viel Aufwand auch in der kleinsten Pantry an Bord zubereitet werden können, wenn es sein muss auch bei Windstärke 8 und entsprechenden Seegang. Im übrigen sind die Mahlzeiten so vielfältig wie das Wetter auf See: ob Labskaus, ob Doggerbank-Bohnen, ob Toast Tobago, Suppen, Pizzen und Plätzchen. Aber auch für Getränke-Ideen ist reichlich gesorgt: Dazu zählen Tee Mata Hari und Nelson-Kaffee, Piraten Punsch und Rotes Kreuz, um nur einige zu nennen.

Und dann gibt es da noch die Rezepte für besondere Situationen: für windige Tage, für Landgänge, für Kinder oder für den aufregenden Fall, dass sich eine schöne Seejungfrau an Bord verirrt. Das wäre allerdings der falsche Moment für eine Sklavenhändlersuppe…

Apropos. Schon die Widmung entlockt einem das erste Schmunzeln: „Für Martha, Avelina, Irmela, Christina, Yvonne, Heloisa und Sabine, die uns vor dem Hungertod bewahrten während wir an diesem Buch schrieben.“ Denn wie alles von diesen beiden wunderbaren Lebenskünstlern ist auch dieses Buch nicht tierisch ernst gemeint und steckt voller Humor. Ob die genannten Damen die beiden Junggesellen gleichzeitig oder nacheinander oder in welcher Art und Reihenfolge vor dem Hungertod bewahrt haben, wird leider nicht verraten. Aber wie bei jedem nennenswerten Werk der Weltliteratur gibt es natürlich auch hier genug Raum für die Fantasie der Leser.

Insgesamt ist dieses Buch eine einzigartige Mischung, ein wundervolles Rezept auch schon mal gegen Trübsinn und Langeweile. Damit ist es ein ganz besonderes Geschenk, das man guten Freunden, aber durchaus auch mal sich selbst gönnen darf.

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