STÖRTEBEKER UND KONSORTEN. PIRATEN IN NORD- UND OSTSEE

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Klaus Störtebeker und seine Kumpanen stehen für reine Piratenromantik. Anders als die Seeräuber, die heute am Horn von Afrika Tanker, Frachter und auch Segelyachten entert, Lösegeld erpressen und meist als brutal (statt verzweifelt) wahrgenommen werden. Aber was ist dran an der Behauptung, dass die Likedeeler, die „Gleichteiler“, fast schon in brüderlicher Gemeinschaft lebten? Dass die hansischen Pfeffersäcke nur überfallen werden mussten, um den Armen mit dem Beutegut zu helfen? Das überprüfen Heiner Boehncke, Professor für Germanistik an der Frankfurter Goethe-Universität, und Hans Sarkowicz, Leiter des Bereichs Kultur und Wissenschaft beim Hessischen Rundfunk.

Texte, Dokumente und Bilder trug das Autoren-Duo zusammen und zeichnet so die Geschichte der Seeräuberei in Nord- und Ostsee nach. Von den Wikingern über Störtebeker bis zu den weniger bekannten Seeräubern in diesem Seegebiet. Auch werden die Schicksale einiger erzählt, die von muslimischen Seeräubern in die Ferne verschleppt wurden. Die Beutezüge der Wikinger können in vier unterschiedliche Phasen eingeteilt werden, aber das Tun der Nordmänner stellt für den Schifffahrtshistoriker Ulrich Weidinger gar keine Piraterie im klassischen Sinne da. Auf Rügen lotsten Inselbewohner gezielt Schiffe auf die schroffen Klippen, um sie dann auszurauben. Bremen musste zeitweise seinen Hafen schließen, weil kein Schiff mehr sicher durch die Wesermündung kam. Wichtiges Anliegen der Hanse natürlich auch der gemeinsame Kampf gegen die Piraten.

Der wohl bekannteste Freibeuter im Nordseeraum ist zweifelsohne Klaus Störtebeker. Ihm wird der umfangreichste Raum in der knapp kommentierten Sammlung von Literatur-Auszügen eingeräumt. Fazit: Die meisten Mythen und Legenden, die sich um ihn gebildet haben, dienen eher dem Fremdenverkehr (zwölf Städte beanspruchen für sich, Störtebeker-Geburtsort zu sein) als der Wahrheit. Wer detailliertere Infos zu einem bestimmten Seeräuber sucht, schaut sich wohl besser gleich die zitierten Texte in voller Länge an. Als Überblick über das Piraten- Tun vor unseren Küsten ist das Lesebuch aber zu empfehlen.

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