Im Süden der Polarkreis

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Mit 49 Jahren entschließt sich Ralf-Thomas Hillebrand, nicht nur einen Jahresurlaub lang zu segeln. Sondern „ein Mal im Leben immer weiter“. Unzufrieden mit geänderten Arbeitsbedingungen kündigt er seinen gut bezahlten Journalistenjob und startet mit seiner knapp neun Meter langen Stahlyacht „Bombadil“ (nach Tolkiens Romanfigur Tom Bombadil im „Herr der Ringe“) nach Murmansk an der Barentssee. Gleich zu Beginn überhitzt der Motor („ein Liebhaberstück“) und Hillebrand kommt zur Erkenntnis, dass sein Budget für das teure Norwegen zu schmal ist. Selbst angeln muss die Situation fortan etwas entschärfen. Schon nach 23 Seiten schiebt der Autor erstmals eine historische, teilweise fiktive Geschichte ein. Sie handelt vom Hildesheimer Seemann Didrik Pining, Admiral der Majestät des Königs von Dänemark, der fast 20 Jahre vor Kolumbus nach Amerika gesegelt sein soll. Es folgen, jeweils mit Bezug zur gerade angesteuerten Region, Kapitel zum Schlachtschiff „Tirpitz“, Sebastiano Caboto, Fridtjof Nansen, den norwegischen Widerstandskämpfern des Shetland Busses im Zweiten Weltkrieg oder der Entstehung der Felsritzungen in Alta. Zwar bietet der Journalist künftigen Norwegenbesuchern damit interessante Informationen rund um die bereiste Strecke. Diese Kapitel fallen jedoch so umfangreich aus, dass die Beschreibung des eigentlichen Törns zu kurz kommt. 25 Wochen, über 4200 Seemeilen, einhand von der deutschen Ostseeküste bis Murmansk und zurück. Davon ließe sich sicher mehr berichten. So bleiben gute Ansätze: feinfühlige Naturbeobachtungen etwa der Begegnungen mit Walen, interessante Gespräche mit Norwegern oder auch selbstkritische Einschätzungen des eigenen seglerischen Tuns. Wirklich fesseln kann Hillebrands mit 35 durchschnittlichen Fotos bebildertes Buch jedoch leider nicht.

 

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