Rasmussens letzte Reise

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on pinterest
Share on whatsapp
Share on email

Wer bereits während der Lektüre von  „Wir Ertrunkenen“  zum Jensen-Fans geworden ist, wird „Rasmussens letzte Reise“ erst recht verschlingen:  einen vielschichtiger und wieder überzeugender Roman über Hoffnung, Sehnsüchte, Lebenslügen, Ängste, Scheitern und Verlust.

In leichter Anknüpfung an seinen ersten großen Roman werden die Lebensgeschichten einzelner dem Leser bereits bekannter Figuren weitergeführt, wobei die alte Seefahrerstadt Marstal auf der dänischen Insel Ærø als Heimat und Ausgangsort dient.

Den junge Kunststudent Carl Rasmussen zieht es nach Grönland. Als erster dänischer Maler will er sich Mitte des 19. Jahrhunderts in die Eiswüste wagen und das Leben der Inuit in seinen Bildern festhalten. Er fasst dabei einen Entschluss, er will dabei nur „Schönes“ malen und mit seinen Bildern die Menschen über alle Grenzen hinweg zusammenführen. Hässlichkeit und Verkommenheit  werden ausgespart. Nach seiner Rückkehr lässt Rasmussen sich wieder in seiner Heimatstadt Marstal nieder und wird ein bekannter und anerkannter Marinemaler. Nur glücklich wird er nicht. Je anerkannter seine Kunst wird, desto größer wird seiner Verunsicherung. Hat er sich an die Idylle verkauft? Ist er nichts mehr als ein einfacher Freiluftmaler? 1893 macht er sich als alter Mann schließlich wieder auf den Weg nach Grönland. Noch einmal will er die Kraft der Eiswüste spüren. Doch sein Erwachen in der kalten Einsamkeit wird zur harten Selbsterkenntnis.

Carsten Jensen ist mit seinem Buch wieder ein phantastischer, einfühlsamer und kompakter Roman gelungen, der ihn zu einem der großen Geschichtenerzähler macht.

Alle jene, die schon durch die dänische Südsee gesegelt sind, in Marstal festgemacht  und vielleicht die Schiffsmodelle und Bilder in der Kirche bewundert haben, wird die Geschichte auch gleich noch wegen ihrer Entstehung fesseln.  Auf Spurensuche für seinen ersten Roman stieß Jensen, selbst in Marstal aufgewachsen,  immer wieder auf den Namen Carl Rasmussen, einen zu Lebzeiten sehr bekannter Maler, dessen Ruhm nach seinem Tod jedoch schnell verblasste.  Carsten Jensen hat nach ihm und seiner Lebensgeschichte gesucht  und mit Hilfe einzelner Figuren aus „Wir Ertrunkenen“  eine eindrucksvolle und beeindruckende Geschichte geschaffen.

Jetzt kaufen – gebundene Ausgabe

Jetzt kaufen – TaschenbuchBücher portofrei bestellen!
Jetzt bei www.buecher.de!
Rasmussens letzte Reise - Literaturboot - Abenteuer & Fernweh, Romane & Literatur

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Kennen Sie jemanden, der das gern lesen würde? Hier klicken und teilen:

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on pinterest
Share on whatsapp
Share on email

Das interessiert Sie vielleicht auch

Reisen und andere Reisen

Dies ist keine Neuerscheinung, aber eine Entdeckung, die so wunderbar ist, dass ich sie hier teilen möchte. Das Buch trägt den Titel „Reisen und andere Reisen“ aber es ist, obwohl es von vielen verschiedenen Orten handelt, kein Reisebuch im klassischen Sinn; es geht hier eher um die Reise oder um

Im Sturm

Ich habe nicht vor, jemals noch einmal in einen schweren Sturm zu geraten, ich glaube, ich habe meinen Anteil daran (üb)erlebt. Da ich aber schon vorhabe, noch weiter zu segeln, lässt sich das leider auch nicht ganz ausschließen. Dennoch ist für mich die beste Sturmtaktik, möglichst gar nicht erst in

Eis in den Segeln

Nioclás Seeliger, Fotograf und Journalist aus Berlin, wurde 2010 infiziert. Der Polarvirus erwischte ihn bei einem Törn auf der deutschen Brigg „Roald Amundsen“ – auf der winterlich eisbedeckten Ostsee. Trotz vor Kälte steifer Finger wurde dort der Grundstein fürs Verlangen nach Törns ins Eis gelegt. Seit 2012 reiste Seeliger also

Digitale Empfehlungen